Der amtliche Erntebericht fällt weitgehend okay aus. Agrarminister Rainer sieht dennoch eine Krise und fordert mehr Subventionen für Bauern.
Ein Traktor zieht einen Pflug über ein abgeerntetes Feld und bereitet den Acker für die Aussaat vor
Jens Büttner/dpa
Die Getreideernte fällt dieses Jahr nicht so schlecht aus wie vom Deutschen Bauernverband suggeriert. Der Ertrag aller Getreidearten ohne Körnermais liege im Schnitt bei 69,1 Dezitonnen pro Hektar und entspreche „dem Mittel der Jahre 2020 bis 2025 (plus 0,4 Prozent)“, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Erntebericht des Bundesagrarministeriums. Dennoch rief Agrarminister Alois Rainer (CSU) eine „Krise nationaler Tragweite“ in der Landwirtschaft aus – und versprach beziehungsweise forderte mehr Subventionen.
Der Bauernverband rechnete in seiner Bilanz vor zwei Wochen wegen Hitze und Trockenheit mit einer „unterdurchschnittlichen Getreideernte“. Der Verband rechnete auch den Körnermais mit, obwohl hier dem Agrarministerium zufolge „Ertragsschätzungen im August noch mit einer größeren Unsicherheit behaftet“ sind, weil er „deutlich später“ als andere Getreidearten geerntet wird. So konnten die Lobbyisten mitteilen, dass der Ertrag über alle Getreidearten 3 Prozent unter dem langjährigen Mittel liege. Zudem stellten sie den wegen der normalen Wetterschwankungen wenig aussagekräftigen Vergleich mit dem Vorjahr in den Vordergrund.









