Jetzt stehen die Mähdrescher in den Hallen und durch die Landschaft ziehen sich Stoppelfelder: ein Zeichen dafür, dass Brandenburgs Landwirte wieder fleißig geackert haben. Das diesjährige Ernteergebnis mit rund 2,3 Millionen Tonnen Getreide liegt leicht über dem Vorjahrsniveau und ziemlich genau im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Während Hitze und Trockenheit in Teilen Süd- und Westdeutschlands erhebliche Verluste bescherten, hat Brandenburg – salopp gesagt – Schwein gehabt.

Doch „durchschnittliche Ernten reichen in Brandenburg nicht mehr aus, um schwarze Zahlen zu schreiben“, sagt Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, am Donnerstag bei der Vorstellung der Erntebilanz in Teltow-Ruhlsdorf. „In diesem Jahr werden in den wenigsten Agrarbetrieben schwarze Zahlen geschrieben, insbesondere in denen, die sehr ackerbauintensiv sind.“

Brandenburg wird zur „kleinen Oase“

Anfang Juli begann die Ernte der Wintergerste unter guten Bedingungen. Sie habe von ihrer vergleichsweise kurzen Vegetationszeit profitiert, erklärt Wendorff. Dann folgte die Hitze. „Ab 35 Grad leiden alle Pflanzen“, sagt der Bauernpräsident. Wie groß die Schäden ausfielen, sei regional sehr unterschiedlich gewesen. Entscheidend sei auch gewesen, in welchem Entwicklungsstadium sich die jeweilige Kultur befand.