Der September macht seinem Ruf an der Börse derzeit alle Ehre. Der im Durchschnitt schwächste Börsenmonat des Jahres beginnt mit Kursverlusten für Aktien und Anleihen. Während der Dax binnen weniger Tage 800 Punkte auf ein Vierwochentief von weniger als 25.800 Punkten verlor, bewegen sich viele Staatsanleihen auf mehrjährigen Kurstiefs und damit Renditehochs.Öl wird wieder teurer, da der Irankonflikt schwelt. Die Inflationsrate bleibt hartnäckig und macht eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der nächsten Woche sehr wahrscheinlich. Selbst dem von US-Präsident Trump ernannten Fed-Chef Warsh wird mittlerweile zugetraut, noch vor den US-Zwischenwahlen eine politisch heikle Zinserhöhung vornehmen zu können. Übernächste Woche hätte er die Gelegenheit dazu.Die Mischung wird an den Börsen nicht gerne gesehen. Sie treibt von Japan über die USA bis hin zum bisherigen Anlegerliebling Deutschland die Finanzierungskosten der hochverschuldeten Staaten in die Höhe.Noch ist kein Grund zur Panik. Alle Indikatoren bewegen sich in gemäßigten Bahnen. Die weltwirtschaftliche Lage ist stabil, Länder wie Deutschland überraschten zuletzt positiv. Die Unternehmensgewinne sind auf Rekordniveau. Doch nach fast vier guten Börsenjahren muss sich niemand wundern, wenn am Aktienmarkt Gewinne mitgenommen und am Anleihemarkt die höheren Risiken einer rasch steigenden Staatsverschuldung eingepreist werden.