PfadnavigationHomePolitikAuslandProzess in HongkongDemokratie-Aktivist und Regime-Kritiker Joshua Wong bekennt sich schuldigVeröffentlicht am 02.09.2026Lesedauer: 3 MinutenJoshua Wong im Jahre 2019Quelle: ALASTAIR PIKE/AFPDer 29‑jährige Regime-Kritiker Joshua Wong steht wegen Hongkongs zweifelhaftem nationalen Sicherheitsgesetz vor Gericht. Nun hat er sich schuldig bekannt – vermutlich, um eine mildere Strafe zu erreichen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDer inhaftierte Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat sich in einem weiteren Gerichtsverfahren in Hongkong schuldig bekannt. Das berichteten mehrere Hongkonger Medien übereinstimmend. Dem 29-Jährigen wurde in der chinesischen Sonderverwaltungsregion vorgeworfen, sich mit ausländischen Kräften verschworen zu haben. Sein Schuldeingeständnis könnte dazu führen, dass die Strafe milder ausfällt.Es war das zweite Verfahren gegen Wong unter Hongkongs nationalem Sicherheitsgesetz, das die Zentralregierung in Peking der Finanzmetropole nach einer Protestwelle auferlegt hatte – und Kritikern zufolge vom Machtapparat für politische Repressionen instrumentalisiert wird.Lesen Sie auchDem Studentenanführer und Gesicht der prodemokratischen Bewegung drohen weitere drei bis zehn Jahre Gefängnis und im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe, wenn das Gericht eine besondere Schwere der Tat feststellen sollte. Die Verkündung des Strafmaßes wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.Der Demokratie-Aktivist schrieb mehrere Jahre eine Kolumne in der WELT AM SONNTAG über die Lage in Hongkong, seiner einst so liberalen Heimatstadt, die in den vergangenen Jahren immer stärker unter Druck Pekings geriet.Was Wong vorgeworfen wurdeDie Strafverfolgung wirft Wong vor, zwischen Juli und November 2020 mit dem heute im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law und weiteren Personen zusammengearbeitet zu haben, um andere Länder und ausländische Organisationen zu Sanktionen, Blockaden und anderen feindseligen Handlungen gegen Hongkong und China zu bewegen.Im Juni vergangenen Jahres ließen ihn die Behörden in dem Fall formell festnehmen. Faktisch sitzt Wong aber bereits seit 2020 hinter Gittern. Zurzeit verbüßt er noch eine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten, zu der ihn ein Gericht im November 2024 im viel beachteten Prozess gegen eine Gruppe festgenommener Aktivisten – der „Hongkong 47“ – verurteilt hatte. Wong hatte sich auch in diesem Fall, in dem es um eine inoffizielle Vorwahl für das Hongkonger Parlament im Jahr 2020 ging, schuldig bekannt. Ohne weitere Strafe hätte er im kommenden Jahr theoretisch freikommen können.Kritik an SicherheitsgesetzHongkongs nationales Sicherheitsgesetz hat Kritikern zufolge seinen Namen nicht verdient – ganz im Gegenteil: Es sorge nicht für Sicherheit, sondern richte sich gegen die prodemokratische Opposition und jegliche Aktivitäten, welche die Kommunistische Partei in Peking als Gefahr für ihren uneingeschränkten Machtanspruch sehe und deshalb als umstürzlerisch, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch brandmarke.Auch andere prominente Figuren der prodemokratischen Bewegung in der ehemaligen britischen Kronkolonie wurden in viel beachteten Verfahren nach dem Gesetz verurteilt. Beispielsweise bekam der frühere Medienmogul Jimmy Lai im Februar wegen des Vorwurfs der Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften und Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen von einem Gericht in Hongkong eine Haftstrafe von 20 Jahren auferlegt.dpa/lay
Hongkong: Demokratie-Aktivist und Regime-Kritiker Joshua Wong bekennt sich schuldig - WELT
Der 29‑jährige Regime-Kritiker Joshua Wong steht wegen Hongkongs zweifelhaftem nationalen Sicherheitsgesetz vor Gericht. Nun hat er sich schuldig bekannt – vermutlich, um eine mildere Strafe zu erreichen.













