Der inhaftierte Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong hat sich in einem weiteren Gerichtsverfahren schuldig bekannt. Das berichteten mehrere Hongkonger Medien übereinstimmend. Dem 29-Jährigen wurde in der chinesischen Sonderverwaltungsregion vorgeworfen, sich mit ausländischen Kräften verschworen zu haben. Sein Schuldeingeständnis könnte dazu führen, dass die Strafe milder ausfällt.Es war das zweite Verfahren gegen Wong unter Hongkongs umstrittenem Gesetz zur nationalen Sicherheit, das die Zentralregierung in Peking der Finanzmetropole nach einer Protestwelle auferlegt hatte. Die Strafverfolgung wirft Wong vor, zwischen Juli und November 2020 mit dem heute im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law und weiteren Personen zusammengearbeitet zu haben, um andere Länder und ausländische Organisationen zu Sanktionen, Blockaden und anderen feindseligen Handlungen gegen Regierungsvertreter aus Hongkong und China zu bewegen.

Dem weltbekannten Studierendenanführer und Gesicht der prodemokratischen Bewegung Hongkongs drohen weitere drei bis zehn Jahre Gefängnis und im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe, wenn das Gericht eine besondere Schwere der Tat feststellen sollte. Die Verkündung des Strafmaßes wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.Seit 2020 im GefängnisIm Juni vergangenen Jahres ließen die Behörden Wong in dem Fall formell festnehmen. Faktisch sitzt er aber bereits seit 2020 im Gefängnis. Zurzeit verbüßt Wong noch eine Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten, zu der ihn ein Gericht im November 2024 im viel beachteten Prozess gegen eine Gruppe festgenommener Aktivisten – der »Hongkong 47« – verurteilt hatte. Wong hatte sich auch in diesem Fall, in dem es um eine inoffizielle Vorwahl für das Hongkonger Parlament im Jahr 2020 ging, schuldig bekannt. Ohne weitere Strafe hätte er im kommenden Jahr theoretisch freikommen können.