PfadnavigationHomeSportTennisUS OpenMit viel Mühe verhindert Zverev doch noch die historische SchmachVeröffentlicht am 02.09.2026Lesedauer: 4 MinutenAlexander Zverev gewann den ersten Satz, musste danach aber zitternQuelle: AP Photo/Frank Franklin IIDer bei den US Open an Rang eins gesetzte Alexander Zverev ist mit einer Zitterpartie ins Grand-Slam-Turnier gestartet. Der Italiener Lorenzo Sonego fordert dem Topfavoriten mehr ab, als ihm lieb sein kann.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenAlexander Zverev breitete die Arme aus, genoss mit geschlossenen Augen den Jubel der Fans – und wollte dann einfach nur schnell ins Bett. In einem Fünfsatzkrimi über fast fünf Stunden bis weit nach Mitternacht verhinderte der Topfavorit bei den US Open ein Debakel zum Auftakt und rettete sich in die zweite Runde.„Jeder ist müde, jeder will schlafen gehen“, rief er den verbliebenen Fans am frühen Morgen im fast leeren Arthur Ashe Stadion nach dem 6:4, 3:6, 6:7 (7:9), 7:5, 6:4 gegen Lorenzo Sonego zu. „Eine gute Nacht und bis morgen.“Nach einem zwischenzeitlichen Leistungseinbruch des Hamburgers entwickelte sich eine packende Partie mit spektakulären Ballwechseln. Erst um 1.55 Uhr Ortszeit verwandelte Zverev den Matchball und durfte nach 4:52 Stunden befreit jubeln.„Es war ein unglaublicher Kampf“, sagte der French-Open-Gewinner erleichtert über den Sieg gegen den italienischen Außenseiter. „Manchmal passieren gute Dinge, wenn du dich durch solche Matches durchgekämpft hast. Ich hoffe, das ist für mich bei diesem Turnier der Fall.“In der Geschichte des Profitennis waren zuvor seit 1968 nur sechs topgesetzte Spieler bei einem Grand-Slam-Turnier bereits in der ersten Runde gescheitert. Diese historische Schmach konnte sich Zverev ersparen. Für den 29-Jährigen geht es nun am Donnerstag gegen den Franzosen Quentin Halys.Schreckmoment für Zverev im ersten SatzZverevs Traum vom zweiten Grand-Slam-Titel lebt weiter. Die Ausgangslage für den Triumph in New York ist dabei so gut wie selten zuvor. Der Weltranglistenerste Jannik Sinner aus Italien fehlt wegen einer Knieblessur. Trotz eines starken ersten Auftritts gibt es bei der Rückkehr von Carlos Alcaraz nach einer mehr als viermonatigen Verletzungspause immer noch Fragezeichen hinter der Verfassung des Spaniers. Und Rekord-Grand-Slam-Turniersieger Novak Djokovic ist bereits ausgeschieden.Lesen Sie auchZu Beginn zeichnete sich noch nicht ab, dass es eine lange Nacht für Zverev werden würde. Auf einen ordentlichen Start folgte nach einer guten halben Stunde ein Schreckmoment: Als er versuchte, einen Stopp von Sonego zu erreichen, geriet der 1,98‑Meter-Hüne ins Stolpern, fiel auf den Rücken, blieb dabei aber unverletzt. Sonego kletterte sofort über das Netz, um nach seinem Kontrahenten zu sehen und half Zverev wieder auf die Beine.Wenig später gelang dem Weltranglistenzweiten durch einen leichten Vorhandfehler des Italieners das erste Break. Zverev blieb bei eigenem Aufschlag souverän, so dass er den Gewinn des ersten Satzes nach 54 Minuten perfekt machte.Doch wie schon oft zu Beginn eines großen Turniers schlichen sich bei ihm Nachlässigkeiten ein. Sonego versuchte, Zverev mit Netzangriffen in die Defensive zu drängen, entschied fast alle langen Ballwechsel für sich. Der Italiener schaffte das entscheidende Break zum 5:3 im zweiten Satz.Mehrfach misst der Favorit Zuckerwerte in PausenZverev wirkte energielos, bewegte sich schlecht. Nach einem weiteren Aufschlagverlust guckte er mit zusammengepressten Lippen zu seinem Vater und Bruder in der ersten Reihe am Rande des Platzes. „Das ist eine Gesamtmüdigkeit vom ganzen Jahr“, erklärte Zverev sein Tief. „Ich habe ein sehr, sehr gutes Jahr gehabt, ein sehr intensives Jahr. Nach Wimbledon habe ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr entspannt, dann ist es schwer, wieder reinzukommen.“ Sonego nutzte die Schwächephase, nahm Zverev auch im dritten Satz den Aufschlag ab.Mehrfach maß der Hamburger bei den Seitenwechseln seinen Zuckerwert. Zverev ist seit Kindheitstagen an Typ-1-Diabetes erkrankt. Nach einiger Zeit berappelte sich der 29-Jährige und schaffte es in den Tie-Break. Es ging spektakulär und stimmungsvoll zu. Die Mehrheit der Zuschauer im schon lange nicht mehr komplett gefüllten Arthur-Ashe-Stadion unterstützte Sonego und bejubelte den Satzgewinn nach einem Doppelfehler von Zverev.Im vierten Durchgang blieb das Niveau hoch. Zverev erarbeitete sich Breakchance um Breakchance und belohnte sich mit dem Satzausgleich. Der Hamburger eilte auf die Toilette, Sonego ließ sich an der rechten Hand behandeln. Um Punkt 1.00 Uhr Ortszeit startete der entscheidende Durchgang. Dort nahm Zverev seinem Gegner den Aufschlag zum 3:2 ab – und setzte sich dank seiner Physis durch.pk/dpa