PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostUSA greifen Iran an – angeblich Tote bei Hochzeitsfeier, darunter KleinkindVeröffentlicht am 02.09.2026Lesedauer: 5 MinutenDie USA und der Iran haben neue gegenseitige Angriffe gemeldet. Die Vereinigten Staaten nahmen nach Angaben von Präsident Donald Trump iranische Ziele nahe der Straße von Hormus ins Visier.Erstmals seit etwa einem Monat eskaliert der Krieg zwischen den USA und dem Iran wieder mit gegenseitigen Angriffen. Mindestens elf Menschen werden laut Teheran getötet. Doch der „größte Angriff von allen“, so Trump, stehe noch in den Startlöchern.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie USA und der Iran haben neue gegenseitige Angriffe gemeldet. Die Vereinigten Staaten nahmen nach Angaben von Präsident Donald Trump iranische Ziele nahe der Straße von Hormus ins Visier. Bei den Luftangriffen auf Ziele im Iran sind nach iranischen Angaben mindestens elf Menschen getötet worden. Der Vize-Gouverneur der Provinz Chusestan habe mitgeteilt, dass bei einem nächtlichen US-Raketenangriff auf drei Orte sieben Menschen getötet und acht weitere verletzt worden seien, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch. Der Iranische Rote Halbmond hatte zuvor bereits vier Tote infolge eines US-Angriffs im südlichen Bezirk Sirik gemeldet, darunter ein Kind.Die vier Menschen starben demnach, nachdem Raketensplitter ein Haus in der Stadt Kuhestak getroffen hatten, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand. Dabei seien überdies 50 Menschen verletzt worden.Als Vergeltung für die US-Angriffe hatte der Iran seine Attacken auf US-Ziele in umliegenden Ländern der Region verstärkt. Betroffen von iranischen Angriffen waren Jordanien, Kuwait, Bahrain und die autonome Region Kurdistan im Irak. Teheran hatte mit „schwerwiegenden“ Konsequenzen als Reaktion auf die US-Angriffe gedroht.Washington äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten über die iranischen Angriffe auf die mit Washington verbündeten Länder der Region, wenngleich US-Präsident Donald Trump zuvor im Fall einer iranischen Reaktion vor „viel härteren und massiveren“ Angriffen gewarnt hatte.Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran war am Sonntag wieder aufgeflammt und hatte sich am Dienstag deutlich verschärft. Die US-Streitkräfte attackierten am Sonntag nach eigenen Angaben Raketenwerfer auf der Insel Larak in der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus, um das Verlegen weiterer Seeminen zu verhindern.Lesen Sie auchDie iranischen Revolutionsgarden teilten wenig später in einer von mehreren Staatsmedien veröffentlichten Erklärung mit, eine Vergeltungsaktion habe begonnen. Demnach sollten US-Stützpunkte in der Region mit Raketen und Drohnen beschossen werden, wie unter anderem die regierungsnahe Nachrichtenagentur Mehr meldete.In der Nacht zum Montag hatte es erstmals seit Ende Juli wieder gegenseitige Angriffe zwischen dem Iran und den USA gegeben. Dass die militärische Auseinandersetzung nun weitergeht, unterstreicht, dass eine dauerhafte Beilegung des Kriegs auch mehr als sechs Monate nach seinem Beginn noch weit entfernt zu sein scheint.Lesen Sie auchEs handele sich um „große und gewaltige“ Angriffe, die als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner ausgeführt würden, Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen, schrieb Trump über das jüngste Vorgehen seines Militärs auf der Plattform Truth Social. Er bekräftigte in dem Zuge die US-Darstellung, dass es in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge aktuell keine Seeminen gebe.Die Ölpreise legten angesichts der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kletterte zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Monaten (95,44 Dollar).Trump stellte die neuen US-Angriffe auch als Reaktion auf den jüngsten iranischen Raketenbeschuss auf Stützpunkte des US-Militärs in Jordanien dar, der erfolgreich abgewehrt worden sei.Lesen Sie auchDer US-Präsident drohte dem Iran zudem für den Fall einer Vergeltungsaktion mit einer Ausweitung der Angriffe: „Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen werden“, warnte er. Gleichzeitig betonte Trump, dass ein solcher Angriff nicht „der größte Angriff von allen sein“ würde. Dieser stehe noch in den Startlöchern – und „wenn er vorbei ist, wird von der Islamischen Republik Iran nur noch sehr wenig übrig sein!“Der Sender Fox News zitierte Trump wiederum nach einem Gespräch mit der Drohung, den Iran bei einem potenziellen weiteren Angriff vollständig auszulöschen. Der US-Präsident hatte dem Iran im Laufe des Kriegs bereits mehrfach martialisch mit Vernichtung gedroht.Bericht: US-Angriffe Teil eines neuen PlansDas US-Nachrichtenportal „Axios“ schrieb, die neuen US-Angriffe seien Teil eines Plans, den Trump und seine ranghohen Berater in den vergangenen Tagen in Erwägung gezogen hätten. Dieser sehe begrenzte Angriffe in der Straße von Hormus vor, um den Iran daran zu hindern, seine Radar- und Raketenkapazitäten zum Angriff auf Schiffe wieder aufzubauen, berichtet „Axios“ unter Berufung auf US-Beamte.Der Plan ist demnach in der vergangenen Woche von Centcom ausgearbeitet worden. Die Idee dahinter sei, das Risiko iranischer Angriffe auf Öltanker sowie Schiffe und Flugzeuge des US-Militärs zu verringern, zitierte das Nachrichtenportal einen US-Beamten.Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die wichtige Meerenge weitestgehend. Laut US-Medienberichten eskortiert das US-Militär jedoch immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der omanischen Küste durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.Abkommen mit Iran sei laut Trump „das Papier nicht wert“Ein im Juni zwischen den USA und dem Iran vereinbartes Rahmenabkommen sollte auf die Öffnung der Meerenge hinwirken – doch es fiel angesichts fortdauernder Spannungen schnell in sich zusammen.Das Abkommen habe – wie Trump gesagt habe – nicht funktioniert, weil der Iran nicht bereit für ein Abkommen gewesen sei, sagte US-Finanzminister Scott Bessent am Dienstag am Rande eines G20-Ministertreffens in Asheville im Bundesstaat North Carolina. Seine Aufgabe sei, dafür zu sorgen, dass der Iran einen Deal wolle. Die USA hatten zuletzt verkündet, den Iran mit weiterem wirtschaftlichen Druck in die Knie zwingen zu wollen.Der Sender Fox News zitierte Trump nun wenig optimistisch, was eine diplomatische Einigung mit dem Iran angeht. „Ich glaube, ein Abkommen mit ihnen ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht“, sagte er demnach. „Wir haben ihnen viele Chancen gegeben.“Gegen zwei Uhr mitteleuropäischer Zeit erklärte das US-Militär seine jüngste Angriffswelle gegen die iranische Militärinfrastruktur zu Luft und zu Wasser für beendet.dpa/afp/gold
Krieg in Nahost: USA greifen Iran an – angeblich Tote bei Hochzeitsfeier, darunter Kleinkind - WELT
Erstmals seit etwa einem Monat eskaliert der Krieg zwischen den USA und dem Iran wieder mit gegenseitigen Angriffen. Mindestens elf Menschen werden laut Teheran getötet. Doch der „größte Angriff von allen“, so Trump, stehe noch in den Startlöchern.









