Mietenreport 2026 : Wohnkosten laut Mieterbund bei mehr als jedem Zweiten gestiegenVon Sebastian Spiller01.09.2026, 17:51Lesezeit: 2 Min.Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, bei der Vorstellung des Mietenreports 2026 in der BundespressekonferenzdpaSteigende Wohnkosten setzen immer mehr Mieter unter Druck. Der Deutsche Mieterbund spricht von einer Sozialstaatskrise – und warnt vor geplanten Kürzungen beim Wohngeld.Steigende Wohnkosten belasten immer mehr Menschen und erhöhen das Risiko, in die Armut zu rutschen. Das geht aus dem diesjährigen Mietenreport des Deutschen Mieterbundes hervor. In Deutschland würden 52,8 Prozent der Menschen zur Miete leben – mehr als jeder Zweite. 58 Prozent der Mieter geben an, dass ihre Wohnkosten im vergangenen Jahr gestiegen sind. 29 Prozent sorgten sich deshalb, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Im Bedarfsfall sind die Hälfte der Mieter beunruhigt, eine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden.Aufgrund der steigenden Wohnkosten würde in anderen Lebensbereichen auf wichtige Ausgaben verzichtet werden – allen voran bei Rücklagen und der Altersversorgung (52 Prozent). Gefolgt von Ausgaben für Freizeit (49 Prozent), notwendigen Anschaffungen (46 Prozent), gesunden Lebensmitteln (25 Prozent) und der eigenen Gesundheit (15 Prozent).Für den Mietenreport 2026 führte das Meinungsforschungsinstitut Forsa eine repräsentative Umfrage unter 1021 Mietern durch. Zudem wurden amtliche Statistiken und wissenschaftliche Studien ausgewertet. Der Mietenreport wird seit dem letzten Jahr vom Deutschen Mieterbund herausgegeben.„Wohnungskrise wird zur Sozialstaatskrise“Laut Mieterbund fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen. Zudem gebe es so wenige Sozialwohnungen wie nie zuvor – nur 1,03 Millionen. Die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, Melanie Weber-Moritz, sagte daher bei der Vorstellung des Reports: „Die Wohnungskrise wird zur Sozialstaatskrise.“ Denn wer sich die Miete nicht mehr leisten könnte, ist auf Sozialleistungen wie Wohngeld angewiesen. Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete für Bürger mit geringem Einkommen. Nach Angaben des Mieterbundes steigt seit 2020 die Anzahl der Wohngeldempfänger: Waren es 2020 noch rund 600.000 Haushalte, bezogen Ende 2024 bereits 1,2 Millionen Haushalte Wohngeld. Für das allgemeine Wohngeld gaben Bund und Länder im Jahr 2024 insgesamt 4,7 Milliarden Euro aus.Dass die Bundesregierung plant, zu Beginn des nächsten Jahres beim Wohngeld zu sparen, sieht die Präsidentin Weber-Moritz kritisch: „Wer beim Wohngeld kürzt, löst kein einziges Problem auf dem Wohnungsmarkt. Er verschärft nur die Folgen für die Menschen, die schon heute unter hohen Wohnkosten leiden.“ Der Mieterbund fordert daher einen „wohnungs- und sozialpolitischen Kurswechsel“ mit drei zentralen Maßnahmen: Zum einen müsse der Mietenanstieg bundesweit gestoppt werden, zum anderen dauerhaft bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.Bis 2030 sollten mindestens zwei Millionen Sozialwohnungen gebaut werden. Dafür müsse zugleich verhindert werden, dass weitere Wohnungen ihre Sozialbindung verlieren – knapp 60.000 waren es im Jahr 2025. Dagegen entstanden nur 28.000 neue Sozialwohnungen. Als dritten Punkt fordert die Präsidentin einen besseren Mieterschutz, unter anderem durch ein Wohngeld, das sich stärker an den tatsächlichen Miet- und Energiekosten orientiert.