Vor allem Frauen werden in der Öffentlichkeit immer häufiger ohne ihr Einverständnis gefilmt – und mithilfe von sogenannten Smart Glasses haben Täter leichtes Spiel. Hamburgs rot-grüne Koalition und die Linke wollen die Brillen mit integrierten Kameras deswegen aus Teilen des öffentlichen Lebens verbannen.
So sollen laut einem Antrag der Linken für die Bürgerschaftssitzung am Mittwoch derartige Sehhilfen sowie vergleichbare tragbare Geräte mit integrierten Bild-, Video- oder Tonaufnahmefunktionen in allen städtischen Bädern verboten werden. Das betreffe Bade- und Ruhebereiche, Liegewiesen, Umkleiden, Duschen, Sanitäranlagen und Saunen.In einem Zusatzantrag wollen SPD und Grüne dies neben dem Verbot auch im öffentlichen Nahverkehr untersagen. »Auch in Bus und Bahn müssen Menschen darauf vertrauen können, dass ihre Privatsphäre respektiert wird«, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hansjörg Schmidt. »Deshalb wollen wir dort klare Regeln schaffen und die Nutzung von Smart Glasses mit Aufnahmefunktion ausschließen.«
Anders als bei einer Smartphone-Kamera sei für Außenstehende häufig nur schwer zu erkennen, ob gerade eine Aufnahme erfolgt. Die Sprecherin für Digitalisierung der Grünenfraktion, Eva Botzenhart, erinnerte an den Fall einer Hamburgerin, die beim Gespräch am Alsterufer unbemerkt mit Smart Glasses gefilmt worden sei und sich wenig später in einem tausendfach aufgerufenen TikTok-Video wiedergefunden habe.







