Swiss Life baut 600 Stellen ab – als Grund gibt sie die «fortschreitende Digitalisierung» anDer Versicherer ist mit seinen Geschäftszahlen auf Kurs, reduziert aber die Zahl seiner Beschäftigten. Die Hälfte der Stellen fällt in der Schweiz weg. Auch andere Versicherer könnten Jobs abbauen, so die Erwartung eines Experten.01.09.2026, 10.08 Uhr3 LeseminutenDer Versicherer Swiss Life reduziert seine Beschäftigtenzahl.Alessandro Della Bella / KeystoneDer Versicherer Swiss Life baut bis Ende 2028 rund 600 Stellen ab. Diese sollen je rund zur Hälfte auf Swiss Life in der Schweiz und auf den Vermögensverwalter Swiss Life Asset Managers vor allem im Ausland entfallen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Begründet wurde der Stellenabbau unter anderem «mit den Möglichkeiten der fortschreitenden Digitalisierung». In einer Medienkonferenz bestätigte der Konzernchef Matthias Aellig, es handle sich um den ersten grossen Stellenabbau bei dem Versicherer seit 2009. Damals habe sich Swiss Life in einer «Turnaround-Situation» befunden. Dies sei nun nicht der Fall. «Die Situation 2009 war eine völlig andere», sagte er. Die Kosten seien damals deutlich höher gewesen.Rund 100 Stellen bereits reduziertRund 100 der 600 Stellen seien bereits abgebaut, und zwar durch die selektive Besetzung von offenen Positionen, sagte Aellig weiter. Der Abbau sei grösstenteils über natürliche Fluktuation erfolgt. Bis Ende dieses Jahres sei von einem weiteren Abbau von rund 100 Arbeitsplätzen auszugehen. Derzeit hat Swiss Life rund 11 000 Mitarbeitende, 2500 davon arbeiten bei Swiss Life Schweiz.Von dem Jobabbau seien vor allem Stellen im Innendienst von Swiss Life betroffen, sagte Aellig. An Schnittstellen zwischen Systemen sei es durch die Digitalisierung möglich, wirtschaftlicher zu agieren. Beispielsweise könnten interne Reportings durch die Digitalisierung effizienter gestaltet werden. Zudem gehe es darum, organisatorische Doppelspurigkeiten zu beseitigen, so Aellig. Bei Beratern mit Kundenkontakt gebe es indessen keine Kürzungen. Bei dem Stellenabbau sei keine spezielle Altersstruktur betroffen, sagte Aellig zudem in der Medienkonferenz auf eine entsprechende Frage.Der Versicherer sei gut auf Kurs, um die finanziellen Zielsetzungen aus dem dreijährigen Unternehmensprogramm «Swiss Life 2027» zu erreichen, teilte Aellig derweil weiter mit. Das Programm läuft bis zum nächsten Jahr. Im ersten Semester dieses Jahres steigerte das Unternehmen den Reingewinn um 8 Prozent auf 649 Millionen Franken. Das Wachstum im Geschäft mit Kommissionen und Gebühren (Fee-Geschäft) sowie im Versicherungsgeschäft sei erfreulich.Zudem kündigte der Versicherer ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 250 Millionen Franken an. Matteo Lindauer, Analyst bei der Bank Vontobel, wertete dies als «positive Überraschung».In der Telefonkonferenz begründete Aellig auch, warum es trotz dem guten Geschäftsgang zu Stellenstreichungen kommt. «Wir schauen bereits über das Jahr 2027 hinaus», sagte er. «Wir wollen das Unternehmen so aufstellen, dass wir weiter erfolgreich sein können.» Dies gelte auch für die Schweiz.Wie entwickelt sich die Beschäftigung bei den Versicherern?Der Abbau wirft ein Schlaglicht auf den Arbeitsmarkt für Versicherungsangestellte in der Schweiz. Laut dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) sind derzeit rund 50 000 Personen in der privaten Versicherungswirtschaft beschäftigt. Unternehmensberater wie Alexander Lacher, Sektorleiter Versicherungen bei KPMG Schweiz, rechnen derweil mittel- bis langfristig mit einem deutlichen Rückgang der Beschäftigtenzahl, wie er Anfang dieses Jahres in einem Gespräch sagte.Seine Einschätzung vom Januar bleibe aktuell, wie die jüngsten Entwicklungen zeigten, sagte Lacher nun auf Anfrage. In dem Gespräch hatte er gesagt, dass sich viele Geschäftsprozesse bei Versicherungen digitalisieren lassen dürften. Zudem seien nach dem Zusammenschluss von Helvetia und Baloise weitere Konsolidierungen zu erwarten. Versicherung sei ein «Massengeschäft». Auch die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) könnten deutliche Veränderungen bringen.Als besonders gefährdet bei den Versicherern gelten Jobprofile mit repetitiven Aufgaben. So können beispielsweise Voice-Bots schon heute simple Geschäftsvorgänge in Kundengesprächen übernehmen.Der Jobabbau bei Swiss Life könnte folglich auch bei anderen Schweizer Versicherern Schule machen. «Der Trend ist klar: Insbesondere bei den grösseren Versicherern dürften weitere Effizienzprogramme folgen», sagt Lacher dazu: «Insgesamt steht die Branche bei diesem Thema wohl erst am Anfang.»Passend zum Artikel
Swiss Life baut 600 Stellen ab – Digitalisierung als Treiber des Sparprogramms
Der Versicherer ist mit seinen Geschäftszahlen auf Kurs, reduziert aber die Zahl seiner Beschäftigten. Die Hälfte der Stellen fallen in der Schweiz weg. Auch andere Versicherer könnten Jobs abbauen, so die Erwartung eines Experten








