«New Ways»: Jetzt macht die Lufthansa beim Stellenabbau in Deutschland ErnstAls Teil eines bereits angekündigten Sparprogramms will die Lufthansa 550 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen. Bis 2030 sollen 4000 Beschäftigte gehen. Auch die Swiss baut Stellen ab.Cornelius Welp, Frankfurt28.07.2026, 16.07 Uhr3 LeseminutenDie Lufthansa muss sparen und baut deshalb Personal ab.ImagoWenn das Management eines Konzerns ein internes Programm «New Ways» tauft, soll das nach Aufbruch, Innovation oder Zukunft klingen. Bei der Lufthansa führen die vor wenigen Tagen präsentierten «neuen Wege» Hunderte Beschäftigte jedoch alle in dieselbe Richtung: raus aus dem Konzern.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Mit dem Programm, über dessen Details zunächst das «Handelsblatt» berichtet hatte, will Europas grösster Flugkonzern 550 Stellen bis Ende 2028 abbauen. Wegfallen sollen diese ausschliesslich in administrativen Funktionen bei der Kernmarke Lufthansa in Deutschland. Andere Linien des Konzerns wie Swiss, Austrian und ITA sind von diesem Abbau nicht betroffen.Die Massnahme ist jedoch nur ein Teil einer grösseren Restrukturierung, mit der die Lufthansa bis 2030 insgesamt 4000 Arbeitsplätze vorwiegend in der Verwaltung abbauen will. Dabei hat der Konzern auch internationale Standorte wie Zürich, Wien, Rom und Brüssel im Blick. Die Details sollen in den kommenden Monaten folgen. Ende 2025 zählte der Konzern weltweit rund 103 000 Beschäftigte.Die Rendite soll auf acht Prozent steigenDie gesammelten Sparpläne hatte das Management vergangenen September bei einer grossen Präsentation vor Investoren angekündigt. Dadurch will die Lufthansa jährlich rund 300 Millionen Euro sparen. Die einmaligen Kosten, die vor allem für Abfindungen fällig werden, bezifferte der Konzern im Herbst auf 400 Millionen Euro.Mit einer ganzen Reihe von Massnahmen will der Vorstand die Ausgaben weiter reduzieren. So sollen modernere Flugzeuge deutlich weniger Kerosin verbrauchen. Von einer zentraleren Steuerung der zahlreichen in den vergangenen Jahren zugekauften oder neu gegründeten Fluggesellschaften wie zuletzt der italienischen ITA erhofft sich der Konzern ausserdem eine erhöhte Effizienz. Durch sie will der Vorstandschef Carsten Spohr die Rendite bis 2030 auf 8 bis 10 Prozent steigern. Im Jahr 2025 hatte sie bei knapp 5 Prozent gelegen.Bei dem nun präsentierten «New Ways»-Programm verzichtet die Lufthansa auf Kündigungen. Wer den Konzern freiwillig verlässt, kann zwischen einer einmaligen Abfindung oder einer für einen begrenzten Zeitraum bezahlten Freistellung wählen. Die Optionen stehen nicht allen offen, Kandidaten sollen in diesen Tagen gezielt angesprochen werden. «New Ways» richte sich an Beschäftigte, «deren Tätigkeiten oder Aufgaben im Zuge spezieller Effizienz- und Transformationsmassnahmen entfallen oder sich verändern», sagt ein Sprecher. Das Abbauziel solle auch durch Fluktuation und den Verzicht auf Nachbesetzungen erreicht werden.Die Kernmarke schwächeltDass die Kernmarke Lufthansa bei den Sparbemühungen besonders im Fokus steht, hat einen einfachen Grund. Mit einem Umsatz von 17 Milliarden Euro bildeten die Flugzeuge mit dem Kranich vergangenes Jahr zwar mit Abstand die wichtigste Gesellschaft im Konzern. Mit nicht einmal einem Prozent lag die Marge bei ihnen jedoch auch besonders weit unter dem vom Vorstandschef Spohr ausgegebenen Ziel.Das lag auch daran, dass die Lufthansa dem von ihr selbst formulierten Premiumanspruch im Alltag oft hinterherflog. 2025 konnte sie immerhin deutliche Fortschritte bei der Pünktlichkeit vermelden. Mit einer neuen Kabinenausstattung und verbessertem Service will die Fluggesellschaft den Passagieren die Reisen angenehmer gestalten und sie so vom eigenen Angebot überzeugen.Wirtschaftlich deutlich besser lief es bei der Tochter Swiss: Bei einem Umsatz von knapp 6,5 Milliarden Euro erreichte sie vergangenes Jahr eine Marge von mehr als 9 Prozent. Sparen muss der Schweizer Ableger dennoch: Im Mai kündigte sein Chef Jens Fehlinger in der «NZZ am Sonntag» an, die Zahl der Stellen in der Verwaltung über freiwillige Abgänge um 10 Prozent zu reduzieren. Einen Zeitraum nannte er nicht. Konzernweit soll die Quote bei 20 Prozent liegen.Passend zum Artikel
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Als Teil eines bereits angekündigten Sparprogramms will die Lufthansa 550 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen. Bis 2030 sollen 4000 Beschäftigte gehen. Auch die Swiss baut Stellen ab.







