Der Irankrieg treibt die Energiepreise in Deutschland weiter. Für nächstes Jahr sehen Ifo-Forscher keine Entspannung – und im europäischen Vergleich sieht es bereits schlechter aus. Steigen bald die Zinsen?

01.09.2026, 14.20 Uhr

Tankstelle in Berlin: Hohe Energiepreise

Die Forscher des Münchner Ifo-Instituts rechnen mit stärker steigenden Preisen durch den Irankrieg. So dürften die Lebenshaltungskosten 2027 mit 3,0 Prozent höher ausfallen als 2026 mit 2,8 Prozent, wie die Forscher voraussagten.»Je länger der Krieg im Nahen Osten anhält und die Energiepreise hoch bleiben, desto stärker dürften mittelfristig auch die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel, Dienstleistungen und Waren steigen«, sagte Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault. Grund ​dafür sei, dass die Unternehmen gestiegene Kosten mit Verzögerung weitergeben dürften.

Die Inflation in Deutschland ist im ​August wegen teurer Energie bereits wieder stärker gestiegen. ‌Waren und Dienstleistungen kosteten laut Statistischem Bundesamt 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Noch kräftiger zogen die Verbraucherpreise zuletzt Ende 2023 an. Im Juli war die Teuerungsrate auf ​2,8 Prozent geklettert, von 2,3 Prozent ⁠im Juni. Größter Preistreiber blieb Energie, die ​durch ​den wieder aufgeflammten Nahostkrieg deutlich mehr kostete. Auch Sondereffekte wie das Niedrigwasser am Rhein belasteten viele Verbraucher – etwa in Nordrhein-Westfalen.