PfadnavigationHomePolitikAuslandSWP-AnalyseNeuer Rekord erwartet – Russlands Kriegsausgaben laufen laut Ökonom aus dem RuderVeröffentlicht am 01.09.2026Lesedauer: 2 MinutenMai 2026: Russische Soldaten marschieren während der jährlichen Parade zum Tag des Sieges in MoskauQuelle: picture alliance/ZUMAPRESS.com7Kremlin Pool/Russian GovernmentDer Ukraine-Krieg setzt Russland finanziell unter Druck: Laut einer neuen Analyse könnten die Militärausgaben schon bald einen neuen Rekord erreichen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenRusslands Ausgaben für Rüstung und Armee sind trotz Sparvorgaben im Jahr 2026 bislang ungebremst gestiegen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung des Russian Budget Monitors von Janis Kluge, Ökonom und Russlandexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).Im ersten Halbjahr sind die Militärausgaben demnach um 30 Prozent auf 10,7 Billionen Rubel gestiegen (umgerechnet etwa 107 Milliarden Euro). Damit entsprechen die Rüstungsausgaben allein bis Ende Juni 4,7 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Wirtschaftsleistung.Lesen Sie auchSollte sich diese Entwicklung im gleichen Tempo auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, dürften die Rüstungsausgaben „bis Dezember mehr als neun Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts erreichen, ein neuer Rekord in der postsowjetischen Geschichte Russlands“, sagte Kluge dem „Spiegel“.Ziel der russischen Regierung war ursprünglich, den Anstieg der Militärausgaben zu stoppen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow hatte versprochen, sie „zu stabilisieren oder sie sogar zu kürzen“. „Es war ein sehr ambitioniertes Ziel, das selbst bei einem Waffenstillstand kaum zu erreichen gewesen wäre“, so Kluge. Trotzdem sei es eine Überraschung, „dass der Anstieg der Ausgaben so drastisch ausfällt. Der Krieg entwickelt sich gerade für Putin grundsätzlich in die falsche Richtung.“In Russland rumort es schon länger aufgrund der Haushaltslage: Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete im Sommer, dass hochrangige Regierungsvertreter Präsident Wladimir Putin gewarnt hätten. Die Ausgaben für den Krieg seien auf einen nicht mehr bezahlbaren Kurs geraten. Vertreter des Finanzministeriums und der Zentralbank hätten auf Kürzungen bei den Militärausgaben gedrungen.lay