Für Wäh­le­r*in­nen mit Migrationshintergrund wird das Wahlangebot immer unattraktiver. Besonders bei einer Gruppe gibt es kaum gute Wahloptionen.

Wenn nichts mehr wählbar ist, wird der Gang zum Wahllokal obsolet

Sebastian Gollnow/dpa

Parteien sind darauf angewiesen, dass Menschen sie grundsätzlich für wählbar halten. Doch genau daran hapert es bei Wäh­le­r*in­nen mit Migrationshintergrund zunehmend. Eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) zeigt, dass für diese Gruppe die Wählbarkeit mehrerer Parteien innerhalb eines Jahres gesunken ist. Die For­sche­r*in­nen stellen fest, dass keine Partei von den migrationspolitischen Debatten, die vor allem die AfD anführt, profitieren konnte. Vielmehr scheint sich ein Teil der migrantischen Wählerschaft insgesamt von den Parteien abzuwenden.

Die Studie vergleicht Befragungen aus dem Winter 2023/24 und dem Winter 2024/25. Untersucht wurden 2.631 Wahlberechtigte, die an beiden Befragungen teilgenommen haben. Dabei ging es nicht um die klassische Sonntagsfrage, sondern darum, welche Parteien sich die Befragten grundsätzlich vorstellen können zu wählen. SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP, Linke und AfD konnten auf einer Skala von eins bis sieben bewertet werden. Wer eine Partei mit mindestens drei Punkten bewertete, galt als po­ten­zi­el­le*r Wähler*in. Die Ergebnisse sagen jedoch nicht voraus, wie jemand tatsächlich abstimmen würde.