Ein erstes Release des sogenannten Multikernels mklinux v7.0-mk2 haben die Entwickler jetzt veröffentlicht. Es lässt auf Bare-Metal mehrere Linux-Kernel parallel laufen, ohne einen Hypervisor oder Containerdienst. Das soll insbesondere für mehr Geschwindigkeit sorgen.

Cong Wang, als einzige Person unter „Leadership“ beim Multikernel-Projekt als Gründer und CEO aufgeführt, hat die Verfügbarkeit des ersten öffentlichen Releases auf der Linux-Kernel-Mailingliste verkündet. mklinux lässt auf einer Maschine mehrere unabhängige Linux-Kernel laufen, erklärt Wang, gleichzeitig auf Bare-Metal, ohne einen Hypervisor. Ein Host-Kernel besitzt einen Pool an CPUs, Speicher und PCI-Geräten, unterteilt diesen Pool in Instanzen und startet in jede dieser Instanzen einen eigenen Kernel. Die Kernel laufen nativ auf ihrer eigenen CPU, mit eigenem Speicher und eigenen Geräten. Das funktioniert ohne Emulation und nichts wird abgefangen. Es werde nur das geteilt, was die Nutzerinnen und Nutzer dafür vorsehen. Der Kernel basiert auf Linux-Kernel 7.0 und benimmt sich genau wie dieser, wenn die Option „CONFIG_MULTIKERNEL=n“ gesetzt ist.

Instanzen werden mit einem Devicetree deklariert, und Devicetree-Overlays sollen Speicher, CPUs und Geräte zwischen dem Pool und laufenden Instanzen ohne einen Neustart verschieben können. Eine Instanz lässt sich abschalten; anschließend können die Ressourcen zurückgeholt und mit einem anderen Kernel erneut verteilt werden. Multikernel soll dabei für jede App einen eigenen Kernel starten, ebenso soll jeder Treiber für physische Geräte einen eigenen Kernel erhalten; die App-Kernel bekommen eine virtuelle Netzwerkkarte und virtuelle Blockgeräte zur Kommunikation mit den Gerätetreiber-Kerneln zu sehen.