Heterosexuelle zeigen nach dem Anschlag auf den Berliner CSD Solidarität mit der Queer-Community. Aber wo bleibt die Mehrheit?

Schon lange Allies: die Franziskanerschwestern Hildegard und Juvenalis

Dana Müller

„Ihr seid nicht allein! Liebe oder Identität dürfen niemals Grund für Gewalt, Hass und Ausgrenzung sein.“ Das verkündet, sichtlich berührt, Shirley Zapf von Victims of Terrorism (VoT Germany). Zapf hat vor 10 Jahren ihre Eltern bei einem Terroranschlag in Istanbul verloren und zeigt nun am Sonntag bei der Kundgebung von „Straight Against Hate“ Gesicht. Die Idee der Veranstaltung im Tiergarten: Heteros solidarisieren sich sichtbar mit Queers. Denn gerade nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD braucht es nicht nur die LGBTIQ*-Community, die sich für Gleichberechtigung und gegen Hass einsetzt.

Auch die beiden Franziskaner-Ordensschwestern Juvenalis und Hannelore sind bei dem Solidarisierungsevent auf der kleinen Bühne hinter dem Homomahnmal dabei. Lange bevor es den Begriff „queer ally“ im deutschsprachigen Raum überhaupt gab, engagierten sich die beiden Schwestern aus der Ordensgemeinschaft Münster-Mauritz: Seit über 30 Jahren arbeiten die beiden in Berlin mit HIV-erkrankten Menschen.