Ein Abend in Havanna in diesem Sommer. In der Avenida Zanja sitzt eine Frau auf dem Bürgersteig. Mit einem Löffel schlägt sie auf den Kochtopf in ihrem Schoß, wieder und wieder. „Wir wollen Essen!“, schreit sie, „gebt uns Strom und Wasser! Wir wollen Milch für unsere Kinder!“ Neben ihr sitzen zwei weitere Frauen, die auf Kochtöpfe schlagen, aus den Fenstern und Hinterhöfen ringsum dringt das gleiche, helle Klappern. Es schwillt an, irgendwann klingt es so, als haue der ganze Wohnblock auf sämtliche Kochtöpfe, die sie hier in die Finger bekommen. Cacerolazo, so nennen sie in Lateinamerika diese Art des Protests; er erklingt oft, wenn Menschen wütend sind, wenn sie nicht mehr weiterwissen.
Kuba: Trumps Strategie der Qual geht nicht auf
Mit seiner Ölblockade verschärft der US-Präsident das Elend der Kubaner immer weiter – in der Hoffnung, dass sie ihre kommunistische Regierung stürzen. Wieso passiert das nicht?






