Nach Jahren des Betreuungsnotstands ist die Zahl der Kinder in bayerischen Kindertagesstätten erneut leicht gesunken. Laut Landesamt für Statistik wurden zuletzt knapp 645 000 Mädchen und Buben betreut. Das sind rund 2000 Kinder weniger als im Vorjahr und etwa 10 000 Kinder weniger als vor zwei Jahren. Der Freistaat müsse sich darauf einstellen, dass sich dieser Trend fortsetzt, sagte Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) am Montag in einer Pressekonferenz zum Start des neuen Kitajahres. In manchen Regionen, etwa in Oberfranken, gebe es schon jetzt Stimmen, die sagten: „Wir haben nicht mehr genügend Kinder, um unsere Kita dann auch betreiben zu können.“Obwohl auch die bayerische Geburtenrate seit vier Jahren rückläufig ist, gibt es laut Scharf vorerst immer noch einen steigenden Betreuungsbedarf – auch deshalb, weil die Betreuungszeiten für jedes einzelne Kind zunehmen. Der Durchschnitt liege aktuell bei rund sieben Stunden pro Tag. Man rechne „noch ein paar Jahre“ mit steigendem Bedarf, sagte Scharf.SZ Bayern auf Whatsapp:Nachrichten aus der Bayern-Redaktion – jetzt auf Whatsapp abonnierenVon Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.Es gebe nun mehr als 11 000 Kitas in Bayern, mehr als je zuvor. Nach den Zahlen des Sozialministeriums steigt auch die Zahl der Fach- und Ergänzungskräfte. Scharf erwartet, dass die hohe Personalnot der vergangenen Jahre bald vorbei ist: „Wir gehen fest davon aus, dass wir bis 2027 den Fachkräftebedarf werden decken können.“ Kleineren Kitas, denen bereits Kinder fehlen, sicherte die Ministerin ihre Unterstützung zu.Erneut formulierte die Sozialministerin den Wunsch, dass Kitas ihre Beiträge, wenn überhaupt, nur „sozialverträglich“ erhöhen. Die jüngste Kitareform des Freistaats gewähre den Kitas so viel zusätzliches Geld, „dass sie keinen Grund dafür liefert, die Elternbeiträge zu erhöhen“. Trotzdem rechneten viele Städte und Gemeinden zuletzt mit steigenden Beiträgen zum 1. Januar 2027.Zum Hintergrund: Die Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern hat beschlossen, nach dem Familiengeld (250 Euro pro Monat im zweiten und dritten Lebensjahr), dem als Ersatz für das Familiengeld geplanten Kinderstartgeld (einmalig 3000 Euro) und dem Krippengeld (bis zu 100 Euro pro Monat) auch den Beitragszuschuss für den Kindergarten (100 Euro pro Monat) zu streichen und die Förderung jeweils direkt in das Betreuungssystem umzuschichten.Mit Blick auf den mit dem Schuljahr 2026/27 beginnenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder erwartet Sozialministerin Scharf keine größeren Startprobleme. Derzeit sehe alles danach aus, dass der Rechtsanspruch, der zunächst für die ersten Klassen gilt, erfüllt werden könne. Die Ganztagsbetreuung umfasst acht Stunden pro Tag, inklusive Mittagsbetreuung.
Zahl der Kinder in Bayerns Kitas sinkt, Kosten für Betreuung könnten steigen
In Bayern sinkt die Zahl der Kita-Kinder, die Betreuungskosten könnten trotzdem seigen. Die Personallage entspannt sich.







