Ein Jugendlicher aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis soll zum wiederholten Mal mit vorgetäuschten Gewalttaten große Polizeieinsätze ausgelöst haben. So war die Polizei laut eigenen Angaben zuletzt am Sonntagabend in Hagen mit zahlreichen Kräften zu einem vermeintlichen Tatort in einem Wohnhaus ausgerückt. Ein zunächst unbekannter Anrufer hatte behauptet, eine Person getötet zu haben. Zudem drohte er damit auf die Polizei zu schießen, wenn sie sich nähere.

Das steckt hinter »Swatting«Vor Ort sperrten die Beamten die umliegenden Straßen ab – stellten aber nach ersten Ermittlungen fest, dass es in dem Haus zu keiner Straftat gekommen war. Vielmehr habe es sich um einen Fall von »Swatting« gehandelt, wie ein Polizeisprecher sagte.Bei der Masche melden Täter angebliche Bedrohungslagen, um gezielt bei Unbeteiligten einen Großeinsatz auszulösen. Das Phänomen stammt ursprünglich aus den USA und beschäftigt auch in Deutschland immer wieder die Polizei. Der Begriff leitet sich von der US-amerikanischen Spezialeinheit SWAT (Special Weapons And Tactics) ab.

Wie bei dem Einsatz am Sonntag schildern die Täter dabei häufig besonders drastische Situationen, die einen schnellen und umfangreichen Einsatz erforderlich erscheinen lassen. Der Anrufer bei der Hagener Polizei hatte bei seinem Anruf nicht nur die Personalien des unbeteiligten Hausbewohners missbräuchlich verwendet, sondern mithilfe technischer Manipulation auch dessen Telefonnummer bei der Polizei anzeigen lassen.