Die Staatsanwaltschaft Gießen legt der 42-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug in 13 Fällen sowie Urkundenfälschung in zwei Fällen zur Last. Die Taten haben sich demnach zwischen September 2021 und Oktober 2024 zugetragen.Lüge folgt auf unauffälligen BefundLaut Anklage hatte sich bei einer hautärztlichen Untersuchung des im Tatzeitraum fünf- bis achtjährigen Kindes ein Befund ergeben, der sich jedoch als unauffällig herausstellte und keine medizinische Behandlung erforderlich machte. Die Frau soll mit ihrem Sohn auch in eine Klinik in der Schweiz gereist sein, wo Ärzte zu dem gleichen Ergebnis kamen. Daraufhin soll die Frau angefangen haben, eine Krankheitsgeschichte des Jungen zu fingieren .
Die Frau behauptete laut Anklage, das Kind leide an schwarzem Hautkrebs und benötige dringend eine teure und seltene Behandlung in den USA. Dies soll sie sowohl gegenüber der Familie als auch in Medien und auf Internetplattformen vertreten haben. Die Aufrufe hätten Mitgefühl und große Anteilnahme ausgelöst, sagte der Staatsanwalt. Privatpersonen und gemeinnützige Organisationen hätten teils mehrere Zehntausend Euro gespendet, um dem Kind zu helfen.
Auch der Junge selbst habe geglaubt, dass er an Krebs erkrankt sei, sagte der Staatsanwalt. Aufgedeckt wurde der Fall, als die Kinderärztin des Jungen über soziale Medien von den Spendenaufrufen erfuhr und das Jugendamt einschaltete. »Da ist dann das Lügenkonstrukt aufgedeckt worden.« Das Kind wurde in Obhut genommen.Der Prozess soll trotz des Geständnisses der Frau mit der Beweisaufnahme fortgesetzt werden. Unter anderem sind mehr als 20 Zeugen vorgesehen.








