Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Himalaja droht die Ausbreitung von Krankheiten. Nun haben die Behörden in Nepal damit begonnen, bisher nicht identifizierte Todesopfer in Massengräbern beizusetzen. Vor der Beisetzung werden nach Behördenangaben DNA-Proben, Fotos und weitere Daten der Toten gesichert, damit Angehörige ihre Verwandten später identifizieren lassen können. Die Entscheidung ist lokalen Medienberichten zufolge allerdings umstritten, weil die meisten Opfer Hindus sind und nach hinduistischer Tradition eine Einäscherung üblich ist.

»Unsere oberste Priorität ist die Rückführung aller Opfer zu ihren Familien«, zitierte die Zeitung »Kathmandu Post« einen Polizeisprecher. »Wo eine visuelle Identifizierung jedoch unmöglich ist und die sterblichen Überreste schnell zu verwesen beginnen, müssen wir DNA-Profile sichern und eine würdevolle Bestattung durchführen.«In sozialen Medien wurde die Entscheidung kontrovers diskutiert. Ein Nepalese schrieb auf X: »Darf man im Namen der Wissenschaft ein 3000 Jahre altes Todesritual abschaffen? Für 85 Prozent der Menschen im Land ist das Todesritual das wichtigste unter den 16 Sakramenten.«

Mehr zum Thema

4 Min

5 Min