Der frühere Uefa-Präsident Michel Platini hat Fifa-Präsident Gianni Infantino scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, die Regeln des Weltverbands nicht zu respektieren. »Wirtschaftliche Angelegenheiten sind eine Sache. Aber ich denke, Infantino hat versagt, weil er der Garant der Spielregeln ist und sie nicht respektiert hat«, sagte Platini im »Canal Football Club« des französischen Senders Canal+.Infantino steht seit Wochen in der Kritik, weil er einen Teil der WM-Rechte an Investoren verkaufen wollte. Der Weltverband hat die Pläne nach großem Druck wieder verworfen. Die Uefa hatte zunächst einen Boykott von Fifa-Turnieren angekündigt. Mittlerweile ist davon nicht mehr die Rede. Der Verband fordert aber weiter Infantinos Rücktritt und plant die Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Fifa-Boss. »Ich denke, wenn die Uefa Infantino stürzen will, wird das über die Justiz geschehen«, sagte Platini.Der frühere französische Nationalspieler bezog sich in seiner Kritik jedoch weniger auf die Investorenpläne Infantinos als auf die Vorkommnisse während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Werbeunterbrechungen und eine 30-minütige Halbzeitpause im Finale seien im Reglement nicht vorgesehen. Als »schlimmsten Fall« bezeichnete er aber die Causa um die Rote Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun. Dessen Sperre war nach einem Telefonat zwischen Infantino und US-Präsident Donald Trump ausgesetzt worden, was heftige Kritik auslöste.