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Mit gerade acht Jahren war ich mitten in Berlin allein unterwegs, in der großen sozialistischen Hauptstadt, die für neun Tage und Sommernächte der hitzige Nabel der Welt war. Ging, hüpfte, lief unbeschwert durch sie hindurch wie durch mein winziges Kinderzimmer im Elternhaus, das allein mir gehörte.

An der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz trafen sich bunte Menschenmassen aus aller Herren Länder, ich sammelte mit Leidenschaft und Stolz die Unterschriften von wildfremden Leuten auf meinem Halstuch. Auf den Straßen und in den Parks wurde laut gesungen, es wurde getanzt, geküsst und geliebt – in der Reihenfolge, wie es damals üblich war.

„Jugend aller Nationen, uns vereint gleicher Sinn, gleicher Mut. Wo auch immer wir wohnen, unser Glück auf dem Frieden beruht. In den düsteren Jahren haben wir es erfahren: Arm ward das Leben. Wir aber geben Hoffnung der müden Welt.“ Gemeinsam sangen wir in der Schule dieses Lied und andere über die Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer.