Khamenei ruft zur Einigkeit muslimischer Staaten aufIrans Oberster Führer Modschtaba Khamenei hat die muslimischen Staaten und insbesondere die Golfregion zur Einigkeit gegen ihren „wahren Feind“ aufgerufen. Spaltungen unter den Muslimen dienten den Interessen ihrer Gegner, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Botschaft. Der Text wurde anlässlich der islamischen Einheitswoche zum Geburtstag des Propheten Mohammed auf Khameneis Kanal auf dem Kurznachrichtendienst Telegram publiziert. Wer „wissentlich oder unwissentlich“ Spaltungen herbeiführe, helfe den Feinden des Islams, heißt es darin. Khamenei warf zudem die Frage auf, ob die Palästinenser „so hilflos“ zurückgelassen worden wären, wenn die Muslime Einigkeit gezeigt hätten.„Meine nachdrückliche und wiederholte Empfehlung an die Herrscher islamischer Länder, insbesondere der Länder Westasiens und des Golfs, lautet, ihren wahren Feind zu identifizieren, seinen Plan zu verstehen und ihm entgegenzutreten“, erklärte Khamenei offensichtlich mit Blick auf die USA und Israel. Er fragte die arabischen Monarchen am Golf zudem, ob es „Schurken ohne Identität“ gewagt hätten, nach ihren Ländern und Besitztümern zu trachten, wenn die Regierungen und Völker unter dem Banner des Islams vereint wären. Hannah SturmÖlförderung im Irak wieder hochgefahrenDie Ölförderung in der Region Kurdistan im Irak wurde nach Angaben der Regierung wieder hochgefahren. Die Unternehmen hätten die Förderung wieder aufgenommen, die nach Drohnenangriffen während des Irankriegs unterbrochen gewesen sei, erklärt der zuständige Minister Kamal Mohammed. Aktuell würden 220.000 bis 230.000 Barrel (1 Barrel = 159 Liter) pro Tag gefördert. Ein Sprecher des irakischen Ölministeriums sagt, die Ölexporte aus der Region zum türkischen Hafen Ceyhan hätten inzwischen ein Volumen von rund 150.000 Barrel pro Tag erreicht. Hannah SturmNetanjahus Sohn muss aus den USA zurückkehren Israels Inlandsgeheimdienst hat bestätigt, dass ein Sohn des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wegen einer akuten Bedrohung aus den USA zurückkehren musste. „Tatsächlich bestand eine erhebliche Gefahr für Jair Netanjahu“, hieß es in einer Mitteilung von Schin Bet. „Aufgrund dieser Bedrohung und nach einer Lageeinschätzung wurde entschieden, ihn gemeinsam mit seinem Sicherheitsteam dringend nach Israel zurückzubringen.» Der Geheimdienst äußerte sich allerdings nicht zu angeblichen Mordplänen Irans gegen einen seiner Söhne, von denen Benjamin Netanjahu zuletzt gesprochen hatte. Der US-Sender Newsmax hatte berichtet, der 35-jährige Jair Netanjahu sei Ende vergangenen Jahres Ziel eines iranischen Attentatsplans gewesen. Der israelische Geheimdienst habe im vergangenen Dezember davon erfahren und habe die US-Behörden informiert, berichtete der Sender unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld der US-Strafverfolgung. Demnach hätten sich bereits iranische Agenten „vor Ort“ in Miami befunden und den Wohnsitz von Jair sowie seine Bewegungen überwacht. Der ständig von einem israelischen Sicherheitsteam begleitete Sohn des Ministerpräsidenten sei daraufhin angewiesen worden, den Ort umgehend zu verlassen, so die Quelle. Er sei abgereist, ohne seine persönlichen Sachen mitzunehmen, und unmittelbar nach Israel zurückgekehrt, wo er nun lebe. Der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats hatte Israels Regierungschef selbst jüngst mit dem Tod bedroht. „Wir werden Benjamin Netanjahu, den Ministerpräsidenten des zionistischen Regimes, in die Hölle schicken“, sagte Mohsen Resai am Donnerstagabend in einem Interview des staatlichen Fernsehens. Iran räumt wirtschaftliche Kriegsfolgen einDie iranische Führung hat schwere wirtschaftliche Schäden durch den Krieg mit den USA eingeräumt, zugleich jedoch Härte signalisiert. Iran werde trotz der neuen US-Wirtschaftssanktionen nicht einknicken, hieß es in einer am Samstag von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung der Führung in Teheran. Die Islamische Republik werde dem US-Druck standhalten, die Diplomatie fortsetzen und die Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus behalten. Zudem wolle sie sich darauf konzentrieren, die Inflation einzudämmen, Arbeitsplätze zu schaffen, die heimische Produktion zu fördern und die Abhängigkeit vom Dollar schrittweise zu verringern. Bericht: 400 Schiffe stecken weiterhin im Persischen Golf festNach Beginn des Irankriegs vor einem halben Jahr stecken einem Bericht zufolge noch immer rund 400 Schiffe im Persischen Golf fest. „Während einige Schiffe und ihre Besatzungen den Persischen Golf verlassen konnten, haben bis zu 400 Schiffe mit rund 6000 Seeleuten seit Beginn des Konflikts nicht sicher abfahren können“, sagte der Generalsekretär der Weltschifffahrtsorganisation IMO, Arsenio Dominguez, laut einer Mitteilung am Freitag.Die Organisation verifizierte seit Kriegsbeginn Ende Februar eigenen Angaben zufolge 70 Attacken auf internationale Schiffe im Persischen Golf. Dabei seien 19 Seeleute getötet worden. Die schlechte Sicherheitslage schade allen, sagte Dominguez. „Besonders bedrückend ist sie jedoch für die Tausenden unschuldigen Seeleute, die davon betroffen sind.“ Vanessa AngermannIran: Werden US-Sanktionen standhaltenDie iranische Regierung hat im Konflikt mit den USA angekündigt, trotz der neuen Wirtschaftssanktionen nicht nachzugeben. Iran werde sich auch von den Verschwörungen der USA und Israels nicht von seinem Kurs abbringen lassen, hieß es in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung der Führung in Teheran. Diplomatie und Verteidigung gehörten untrennbar zusammen, um die nationalen Interessen, die Sicherheit und die territoriale Integrität des Landes zu schützen. Die iranische Führung werde beide Wege gleichzeitig verfolgen. Zudem wolle sie sich darauf konzentrieren, die Inflation einzudämmen, Arbeitsplätze zu schaffen, die heimische Produktion zu fördern und die Abhängigkeit vom Dollar schrittweise zu verringern.Vanessa AngermannIrans Revolutionsgarden: Haben volle Kontrolle über Straße von HormusDie Marine der Iranischen Revolutionsgarden beharrt genau wie die US-Regierung darauf, die volle Kontrolle über die Straße von Hormus zu haben. Die Behauptung von US-Beamten, die Meerenge sei offen, sei eine „glatte Lüge“ und diene nur dazu, die Ölpreise zu kontrollieren und die eigene Niederlage zu vertuschen, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Schiffen, die ohne vorherige Abstimmung mit Iran die Meerenge passieren wollten, sei die Durchfahrt verboten, hieß es in der Erklärung, die auch von Staatsmedien zitiert wurde. „Die Kontrolle, die die Streitkräfte der Islamischen Republik über die strategische Meerenge von Hormus ausüben, ist vollständig und entscheidend.“ All dies werde auch so bleiben, bis die „Aggression“ der USA ende und die Verpflichtungen aus einem vor rund zweieinhalb Monaten geschlossenen und mittlerweile ausgelaufenen Rahmenabkommen erfüllt seien.Behörde: Im Schnitt passieren 29 Frachter am Tag die Straße von HormusDie britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) verzeichnet mehr Schiffspassagen durch die für die internationale Energiewirtschaft wichtige Straße von Hormus als traditionelle Datenanbieter. Etwa 29 Frachter hätten die Meerenge durchschnittlich täglich in den vergangenen sieben Tagen passiert, wie aus einem aktuellen Bericht der Behörde hervorgeht.Demnach seien in der vergangenen Woche 103 Schiffe in den Persischen Golf ein- und 101 Schiffe ausgefahren. Der Bericht verzeichnet einen leichten Anstieg seit dem Ende aktiver Kampfhandlungen zwischen Iran und den USA in der Region Ende Juli.Schifffahrtsdatenanbieter wie das Unternehmen Kpler hatten zuletzt von einstelligen täglichen Transiten in der Meerenge berichtet. Kpler wertet für seine Erhebungen Übertragungsdaten von Schiffstranspondern aus, die in der Region zuletzt häufig deaktiviert werden. UKMTO berichtet unter Zuhilfenahme solcher automatischen Schiffsidentifizierungssysteme (AIS) und „dark-derived information“, also Informationen, die aus weiteren Erkenntnissen abgeleitet werden. Genaue Angaben macht die Behörde dazu nicht. Sie steht mit Schifffahrtsunternehmen in der Region in ständigem Kontakt, da sie auch über Angriffe und Notfälle berichtet.Die Straße von Hormus ist inzwischen ein zentraler Streitpunkt im Krieg zwischen den USA und Iran. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Sorge vor Versorgungsengpässen: Lange Schlangen an Tankstellen in TeheranIn der iranischen Hauptstadt Teheran haben Ängste vor Versorgungsengpässen lange Schlangen vor Tankstellen ausgelöst. Autofahrer warteten in der Millionenmetropole sogar mitten in der Nacht vor den Zapfhähnen, wie Einwohner berichteten. Die Schlangen seien teils länger als einen Kilometer gewesen, hieß es. Präsident Massud Peseschkian hatte bei einer Kabinettssitzung diese Woche Probleme infolge des Kriegs eingeräumt. Er rief die Regierung mit ihrer Fahrzeugflotte selbst zu Sparsamkeit auf, wie die auf Nachrichtenagentur Ilna berichtete. Auch die Bevölkerung müsse kooperieren.Am Montag sei in Teheran so viel Benzin getankt worden wie noch nie in diesem Jahr, berichtete das Portal „Khabaronline“ unter Berufung auf Behörden. Einigen Tankstellen mussten zeitweise den Betrieb einstellen, weil ihnen der Kraftstoff ausgegangen war, sagte der regionale Leiter der Nationalen Erdölgesellschaft, Fereydun Jasemi. Er nannte Gerüchte über Benzin-Engpässe in den sozialen Medien als Grund für die Rekordnachfrage.Während der schwersten US-israelischen Angriffe im März und Anfang April wurden in Iran auch Energieanlagen, darunter Teile der Öl- und Gasindustrie sowie Treibstoffdepots bombardiert. Nach Regierungsangaben wurde beschädigte Infrastruktur zu Teilen wieder repariert. Iran: Werden Netanjahu in die Hölle schicken Der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats hat Israels Regierungschef mit dem Tod bedroht. „Wir werden Benjamin Netanjahu, den Ministerpräsidenten des zionistischen Regimes, in die Hölle schicken“, sagte Mohsen Resai am Donnerstagabend in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen. Resai wies außerdem Berichte zurück, wonach Iran die Tötung von Barron Trump, einem der Söhne des US-Präsidenten geplant hätte. Netanjahu habe mit der Verbreitung falscher Nachrichten Donald Trump in Angst versetzen wollen. Tatsächlich hatte ein iranischer Staatssender vor wenigen Tagen ein Video mit dem Titel „Wo kann man Barron Trump töten?“ verbreitet.Mohsen Resai wurde Anfang August auf das mächtige Amt berufen. Er gilt als konservativer Hardliner und Skeptiker von Verhandlungen mit den USA. Bereits zu Beginn des Iran-Irak-Kriegs (1980–1988) machte er in den Revolutionsgarden Karriere und stieg zum Kommandeur der Streitmacht auf. Irans Außenminister: „Druck funktioniert nicht“Irans Außenminister hat im festgefahrenen Konflikt mit den USA die Tür für eine diplomatische Lösung weiter offen gehalten. „Es ist nicht unmöglich, die Diplomatie wieder auf Kurs zu bringen“, schrieb Abbas Araghtschi auf X. Die USA müssten verstehen: „Druck funktioniert nicht. Die USA sollten Vertrauen aufbauen, respektvoll sprechen, unsere Rechte anerkennen und ihre Verpflichtungen einhalten“, fügte er hinzu.In den vergangenen Tagen hatten regionale Staaten eine neue Runde diplomatischer Bemühungen begonnen. Am Montag war eine Delegation unter Leitung des pakistanischen Armeechefs Asim Munir in Teheran. Am Dienstag folgte Omans Außenminister Badr al-Busaidi. Am Donnerstag traf sich Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani mit Araghtschi.Rund ein halbes Jahr nach Beginn des Irankriegs steckt der Konflikt in einer Sackgasse. Iranischen Medienberichten zufolge stand bei den Gesprächen mit dem Oman vor allem eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus im Fokus. Iran fordert dafür von der US-Regierung Zugeständnisse, wie sie in einem Rahmenabkommen im Juni vereinbart worden waren. Präsident Donald Trump will Iran derweil mit einem „Wirtschaftskrieg“ unter Druck setzen. Gipfel zur Straße von Hormus droht verschoben zu werdenKurzfristig könnte ein für Sonntag geplanter Gipfel in der Türkei, bei dem unter anderem über die Lage in der Straße von Hormus gesprochen werden sollte, verschoben werden. Das erfuhr die F.A.Z. am Freitagmorgen aus Regierungskreisen. Demnach sei von ägyptischer Seite mit Verweis auf Terminschwierigkeiten um eine Verschiebung gebeten worden. Ein neuer Termin steht demnach noch nicht fest.Bei dem auf Initiative von Berlin und Ankara geplanten Treffen sollten die Außenminister der sogenannten E3 und der R4-Gruppe zusammenkommen. Der E3 gehören Deutschland, Frankreich und Großbritannien an, die R4-Gruppe hat sich nach dem israelisch-amerikanischen Angriff auf Iran zusammengefunden, um gemeinsame Interessen zu vertreten. Zu ihr gehören die Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien und Pakistan. Außenminister Johann Wadephul wollte am Sonntagmorgen anreisen. Er selbst und der türkische Außenminister Hakan Fidan hatten den Sommer über in zahlreichen Gesprächen mit den betreffenden Ländern für einen Gipfel in diesem Format geworben. Ian LieschIran: Arbeiten an Bedingungen für Wiederöffnung von Hormus-PassageDer Iran bereitet nach eigenen Angaben eine Liste von Bedingungen für die Wiederöffnung der Straße von Hormus vor. Zu den Forderungen gehöre ein Ende des regionalen Krieges, sagt der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, Mohsen Rezai, in einem Interview des Fernsehsenders Al-Manar. Der Iran habe sich zudem mit dem Oman auf einen Schifffahrtskorridor geeinigt. Schiffe könnten eine zentrale Fahrrinne nutzen, falls die USA die Bedingungen erfüllten. Die Revolutionsgarden teilen mit, der Iran werde eine Wiederöffnung der Meerenge nicht erlauben, solange Washington nicht die Blockade iranischer Häfen aufhebe, Entschädigungen zahle und Sanktionen zurücknehme. Durch die Meerenge wurde vor Beginn des Krieges im Februar etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssiggases transportiert.Ian LieschTrump lehnt Iran-Gespräche ab und setzt auf wirtschaftlichen DruckDie USA streben nach den Worten von US-Präsident Donald Trump derzeit keine Gespräche mit Iran an und setzen stattdessen auf wirtschaftlichen Druck. „Wir wollen nicht mit ihnen sprechen. Wir streben kein Treffen oder Ähnliches an“, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Oval Office. Zuvor hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärt, die wirtschaftlichen Maßnahmen der USA würden so lange fortgesetzt, bis Iran zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei. Mit der „Operation Economic Outcast“ solle die iranische Wirtschaft „zerstört“ werden, sagte Leavitt im Fernsehsender Fox News. Derzeit fänden keine Verhandlungen statt. Trump halte sich jedoch weiterhin alle Optionen offen.Der US-Präsident drohte zudem jenen Ländern mit Konsequenzen, die weiter Geschäfte mit der Islamischen Republik machen. Auf die Frage, ob er Russland für die Fortführung der Geschäfte bestrafen werde, hielt sich Trump bedeckt. Russland habe sich mit Blick auf die Straße von Hormus bislang „recht gut verhalten“, sagte er. Zu möglichen Sanktionen gegen chinesische Banken sagte Trump: „Wer sagt, dass ich das nicht tue? Ich muss doch nicht alles ankündigen, oder?“ Am Montag hatte US-Finanzminister Scott Bessent andere Staaten vor Sekundärsanktionen gewarnt, sollten sie ihre Finanzbeziehungen zu Iran nicht abbrechen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog Irankrieg: Medien: USA greifen erstmals seit Wochen wieder in Iran an | FAZ
Offenbar zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak im Visier +++ Bericht: 400 Schiffe stecken weiterhin im Persischen Golf fest +++ alle Entwicklungen im Liveblog







