BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen
Dieser Text ist Teil einer Ausgabe des ZEITmagazins von und mit dem italienischen Künstler Maurizio Cattelan. Der Anlass: Vom 10. September an läuft in der Neuen Nationalgalerie in Berlin die erste umfassende Einzelaustellung Cattelans in Deutschland.
Maurizio Cattelan kommt ganz in Schwarz und mit dem Fahrrad. Für unsere Verabredung hat er das Restaurant Da Giacomo vorgeschlagen, ein wunderbares, grün getäfeltes Traditionslokal, in das meine 80-jährige Tante schon als Kind von ihrem Vater ausgeführt wurde. Zum Mailänder Dom sind es mit dem Rad sieben Minuten. Es ist so heiß, dass Cattelan lieber innen Platz nehmen möchte, auch wenn es da laut ist. Um uns herum wird im Laufe des Abends kaum ein Italiener sitzen. Cattelan grummelt: Es kämen fast nur noch Touristen. Ich sage: Wie überall, wo es in Italien alt und schön ist, oder? Er wirkt nicht sonderlich gut gelaunt, will nicht, dass wir ein Interview führen, ich solle doch lieber ein Porträt über ihn schreiben. Ich sage: Wir haben ein Gespräch verabredet, ich bin extra dafür angereist. Lassen Sie uns doch über das Leben sprechen, Ihr Leben. Ich bin so neugierig auf Sie. Cattelan bestellt Tintenfisch und Gnocchi mit Crevetten. Kein Wein.






