Ex-Herthaner Fabian Reese wird wegen seines Wechsels zu Wolfsburg in Karlsruhe niedergepfiffen – aus fanfreundschaftlichen Motiven. Was ein Unfug!
Freude mit einer Spur Genugtuung: der ausgepfiffene Wolfsburger Fabian Reese erzielt gegen Karlsruhe ein Tor
Uli Deck/dpa
Zum Vokabular des deutschen Profifußballs gehört der Begriff „Fanfreundschaft“. Das klingt erst einmal so herzallerliebst und gefühlig, dass man glatt vergessen könnte, was Gefühle anrichten können. Denn Fanfreundschaften eigenen sich bestens, um Hass zu duplizieren. Und von dem können etliche Stadionbesucher einfach nicht genug bekommen.
Zu beobachten war das am Samstag bei den Anhängern des Zweitligisten Karlsruher SC, die eine Fanfreundschaft mit Hertha BSC verbindet. Die Badener pfiffen im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (2:5) die ganze Spielzeit über Fabian Reese nieder. Grund dafür war, dass dieser im Sommer der Hertha abtrünnig geworden war – eines besser dotierten Vertrags und sportlicher Perspektiven wegen. Beides hätte man Reese vielleicht noch verziehen. Dass er sich aber von einem Werksverein bezahlen lässt, gilt nicht nur in der Hauptstadt als moralische Straftat, sondern eben auch bei den Freunden in Karlsruhe.










