Dreck an den Bahnhöfen, verschmutzte oder defekte Toiletten: Abgesehen von unpünktlichen Zügen macht auch dies für viele das Reisen mit der Deutschen Bahn (DB) seit Längerem nicht zum Vergnügen. Einem Medienbericht zufolge will die DB nun gegensteuern bis zum Jahr 2030 insgesamt 210 Millionen Euro in ein „XXL-Waschprogramm“ für mehr Sauberkeit und Sicherheit investieren. Unter anderem soll die Zahl der Reinigungskräfte für Bordtoiletten verdoppelt werden. Dies berichtet die „Bild am Sonntag“.Damit werde das bestehende Sofortprogramm gegen Schmutz und Vandalismus verlängert, berichtete die Zeitung einer Vorabmeldung zufolge. Unter anderem soll demnach die Zahl der Reinigungskräfte, die in Fernzügen Toiletten säubern, auf 220 verdoppelt werden.Die Teams sollen den Angaben zufolge wöchentlich rund 52.000 Bordtoiletten reinigen. ICE- und IC-Züge sollen im Werk Berlin-Rummelsburg in bis zu zehnstündiger Handarbeit intensiv gereinigt werden. Neben den standardmäßigen Fahrten durch Waschstraßen soll auch von Hand gereinigt werden.Der Schmutz muss weg.Evelyn Palla, Chefin der Deutschen Bahn„Der Schmutz muss weg“, sagte die Chefin des Staatskonzerns, Evelyn Palla, dem Blatt. „Deshalb greifen unsere Teams selbst zur Bürste. Sie schrubben, bis der ICE glänzt. Unsere Fahrgäste sollen schon beim Einfahren des Zuges sehen: Die Bahn kümmert sich um Qualität bis ins letzte Detail.“ Palla weiter: „Sauberere Züge und Bahnhöfe, mehr Sicherheit und mehr Komfort sollen nicht die Ausnahme sein, sondern unser neuer Standard.“ Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, spricht in einem Interview. © dpa/Kay Nietfeld Palla gab zu: „Wir wissen: Noch läuft nicht alles so, wie es soll. Aber wir stehen zu unserem Versprechen: Die Bahn muss jeden Tag ein Stück besser werden.“Die Bahn hatte im Februar bereits ein Sofortprogramm für mehr Komfort im Fernverkehr vorgestellt. Mit zusätzlichen Reinigungskräften sowie mobilen Wartungsteams sollten unter anderem Toiletten, Teppiche und Bordgastronomie zuverlässiger sauber und funktionsfähig gehalten werden.Für dieses Programm waren zunächst rund 20 Millionen Euro vorgesehen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte die Maßnahmen im Zuge seiner Strategie zur Verbesserung der Bahn eingefordert.Nach Angaben der Zeitung sank die Zahl der Störungen an Bordtoiletten inzwischen um 25 Prozent. 44 mobile Handwerkerteams sollen Schäden schneller beheben.Vor wenigen Wochen hatte die DB zudem ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an allen Bahnhöfen in Deutschland angekündigt. Ab Dienstag soll das an vier weiteren Stationen umgesetzt werden, wie die Agentur dpa berichtete. Der bundeseigene Konzern erhofft sich dadurch unter anderem mehr Sicherheit für Fahrgäste und Beschäftigte. Auch die Sauberkeit in den Bahnhöfen soll sich verbessern. Alkoholverbot auch am Hauptbahnhof in Berlin An mehr als 30 Stationen deutschlandweit, darunter die Hauptbahnhöfe Bonn, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München, gilt die Regelung demnach bereits. Nach Angaben der DB Bahn gilt das Alkoholkonsumverbot ab Dienstag dann auch am Berliner Hauptbahnhof, der Station Berlin-Gesundbrunnen sowie in Kiel und Braunschweig.Die Bahn hat nach eigenen Angaben bisher sehr positive Erfahrungen mit der Maßnahme gemacht: „In den Modellprojekten konnte gezeigt werden, dass deutlich weniger Müll anfällt und das Verbot auch dazu beiträgt, Gewaltkriminalität, Konflikte und Auseinandersetzungen unter Alkoholeinfluss zu verringern, wie zum Beispiel am Hamburger Hauptbahnhof“, zitiert die dpa die Bahn. Dadurch verbessere sich das Sicherheitsgefühl für Reisende und der Reinigungsaufwand gehe zurück.Bis zum 15. Oktober 2026 soll es schrittweise an 5400 Bahnhöfen umgesetzt werden. Das Konsumverbot gelte dann im gesamten Bahnhofsbereich inklusive der Bahnsteige, hieß es von der Bahn. (lem)
„XXL-Waschprogramm“ geplant: Bahn will bis 2030 insgesamt 210 Millionen Euro für mehr Sauberkeit investieren
Um den Schmutz besser zu bekämpfen und den Komfort an Bord zu steigern, soll auch die Zahl der WC-Reinigungskräfte deutlich erhöht werden. Ab Dienstag gilt zudem das Alkoholverbot an weiteren Bahnhöfen.









