Die Situation erinnert ein wenig an die Monate vor dem Kriegsausbruch. Damals regierte in den USA noch Joe Biden, es gab noch keine Spekulationen über seinen Rücktritt von einer erneuten Kandidatur, die US-Politik schien, zumindest aus europäischer Sicht, berechenbar. Und trotzdem nahm es zunächst kaum jemand ernst, als Biden begann, vor einem bevorstehenden russischen Angriff auf die Ukraine zu warnen.
Nicht einmal die ukrainische Regierung glaubte ihm. Dann versammelten amerikanische Geheimdienstler überall in Europa ihre Partner vor riesigen Bildschirmen und präsentierten ihnen die Satellitenaufklärung über das, was an der russischen und belarussischen Grenze zur Ukraine vorging: gewaltige Kriegsvorbereitungen mit mehreren hunderttausend Mann, mit Feldlazaretten, Versorgungslagern und Etappen bis tief nach Russland hinein.
Die Amerikaner kannten sogar den Angriffstermin: nach dem 20. Februar. Am frühen Morgen des 24. Februar rumpelten russische Panzer über die Grenze mit Belarus, russische Kampfflugzeuge beschossen Ziele bei Kiew, Luftlandetruppen versuchten, die Flughäfen und Landeplätze um Kiew zu besetzen.
Dieses Mal tritt kein amerikanischer Präsident vor die Fernsehkameras und warnt die Öffentlichkeit vor einem Angriff. Es ist auch fraglich, ob diese Donald Trump überhaupt Glauben schenken würde. Stattdessen leaken Geheimdienstler in Europa seit Wochen US-Geheimdienstinformationen über einen bestehenden Angriff Russlands auf ein Nato-Land, wahrscheinlich Polen, an die Presse.








