Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen liegt das Lager der Gegner knapp vorn. Demnach stimmten 50,1 Prozent gegen den Vorschlag der Regierung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, und 49,9 Prozent dafür, wie der Sender RUV meldete. Die Angaben basieren auf rund 152.000 ausgezählten Stimmen von insgesamt 270.000 Wahlberechtigten. Nach 87.000 ausgezählten Stimmen hatte das Ja-Lager noch ähnlich knapp vorn gelegen. Ein verlässliches Ergebnis wird laut Wahlleitung für Sonntagmittag erwartet.
»Dies ist ein großer Tag, wir haben jahrelang auf diese Abstimmung gewartet«, sagte Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir am Samstag. Ihre Regierung werde ihre Arbeit unabhängig vom Ausgang fortsetzen.Ein »Ja« würde Gespräche mit Brüssel ermöglichen. Über einen tatsächlichen EU-Beitritt müsste Island zu einem späteren Zeitpunkt in einem zweiten Referendum entscheiden. Befürworter der Gespräche argumentieren, eine Mitgliedschaft könne die hohen Zinsen im Land senken und angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehr Sicherheit bieten. Gegner befürchten hingegen einen Verlust der Souveränität und der Kontrolle über die für das Land wichtigen Fischereigewässer.










