Nach dem Angriff aufständischer Soldaten auf den Präsidentenpalast im Niger hat die Militärregierung am Samstagabend einen wichtigen Militärstützpunkt in der Hauptstadt Niamey mit russischer Hilfe zurückerobert. Die Präsidialgarde habe die Luftwaffenbasis 101 »mit Unterstützung der Russen« wieder unter Kontrolle gebracht, hieß es aus diplomatischen Kreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Mehrere der »Meuterer« seien getötet worden.

Zwei weitere Menschen aus nigrischen Sicherheitsbehörden bestätigten die Rückeroberung der Basis, einer von ihnen sprach vom »Ende der Meuterei«. Auf dem Stützpunkt befindet sich das Hauptquartier des russischen Afrikakorps sowie der Generalstab der gemeinsamen Streitkräfte der Allianz der Sahelstaaten (AES).Der russische Botschafter in Niamey, Viktor Woropajew, hatte zuvor laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur »Sputnik Afrique« erklärt, Niger habe das Afrikakorps um Hilfe bei der Niederschlagung der Meuterei gebeten.

Die Unruhen sind eine Belastungsprobe für die Führung von Abdourahamane Tiani, der sich im Juli ‌2023 an die Macht geputscht hatte. Das westafrikanische Land hat sich seither von Frankreich und anderen westlichen Partnern abgewandt und sucht die Nähe zu Russland.Tiani hatte versprochen, die Sicherheitslage ​im ‌Land zu verbessern. Allerdings kommt es im Niger sowie in den Nachbarstaaten Mali und Burkina Faso weiterhin zu Angriffen von Extremisten, die mit der Miliz »Islamischer Staat« oder mit al-Qaida verbunden sind. Erst im Juni hatten islamistische Rebellen den zivilen Flughafen ‌und einen Luftwaffenstützpunkt in Niamey attackiert.