Wochenlang schon ist die Stresemannstraße mitten durch Hamburg gesperrt. Nach und nach holen sich die Leute zurück, was sonst allein den Autos gehört.
Baustellenbewacher vor der Sternbrücke: Da kann man sich schon mal einen Sonnenschirm und was zu lesen mitbringen
Hanno Bode/dpa
Im schwindenden Licht ist der Tisch, der auf der vierspurigen Stresemannstraße steht, leicht zu übersehen. Er steht da hinter dem rot-weißen Absperrgitter aus Plastik, darauf eine grün-weiße Tischdecke, ein Strauß Blumen, ein geöffneter Pizzakarton mit einem letzten Stück Pizza. An diesem Freitagabend im August sitzen sechs Menschen am Tisch, die meisten Anfang 30. Die Stimmung ist locker, sie lachen, einmal geht jemand zum Kiosk und holt neue Getränke für die Runde. Fünfmal seien sie an diesem Abend schon fotografiert worden, erzählen sie.
Die Stresemannstraße ist eine mehrspurige Bundesstraße, der Verkehr ruht hier eigentlich nie. Aber seit Wochen ist sie gesperrt, weil erst die alte, denkmalgeschützte Sternbrücke abgerissen und dann die neue Brücke eingebaut wurde. Die Baustelle ist der Grund, der die spontanen Zusammenkünfte möglich macht. Jahrelang hatten Initiativen und Anwohner*innen gegen die neue riesige Brücke gekämpft, 108 Meter lang, gut 20 Meter breit und mehr als 26 Meter hoch.











