PfadnavigationHomeRegionalesHamburgSternbrückeBahn bündelt vier Großbaustellen – Hamburg droht im Sommer der Verkehrs-StresstestStand: 15:24 UhrLesedauer: 4 MinutenFahrgäste warten am Hamburger Hauptbahnhof auf ihren Zug (Archivfoto)Quelle: picture alliance/pressefoto_korb/Micha KorbDie Deutsche Bahn bündelt im Sommer den Neubau der Sternbrücke mit drei weiteren Großbaustellen. Dafür wird unter anderem die zentrale Kreuzung an der Sternbrücke wochenlang gesperrt. Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr sind drastisch eingeschränkt.Hamburg steht ein Sommer der Einschränkungen bevor – auf der Schiene und auf der Straße. Vom 14. Juli bis zum 20. August bündelt die Deutsche Bahn vier Großprojekte entlang der Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Altona. Der Neubau der über 100 Jahre alten Sternbrücke geht auf die Zielgerade, parallel wird an den Eisenbahnbrücken Schanzen- und Holstenstraße gearbeitet, ein elektronisches Stellwerk am neuen Bahnhof Altona in Betrieb genommen und das Kreuzungsbauwerk Langenfelde zurückgebaut. Zusätzlich koordiniert die Stadt Hamburg rund sieben weitere Straßenbaumaßnahmen rund um die Baustelle. Insgesamt etwa zehn Großprojekte, gleichzeitig, in einem Baufenster.Die Folgen für den Straßenverkehr sind gravierend. Bereits ab dem 26. Juni wird die Max-Brauer-Allee zwischen Stresemannstraße und Schulterblatt für den motorisierten Verkehr gesperrt. Ab dem 17. Juli, laut Bahn möglicherweise auch schon ab dem 16. Juli, kommt die Vollsperrung des gesamten Kreuzungsbereiches Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee hinzu – eine der zentralen Verkehrsachsen im Hamburger Westen. Diese Sperrung soll bis mindestens 31. August dauern, möglicherweise bis Anfang September, weil im Anschluss an den Brückeneinhub noch Straßenbauarbeiten erforderlich sind. Bis Anfang November rechnet die Stadt darüber hinaus mit Verkehrseinschränkungen im Kreuzungsbereich durch den Umbau der Nebenflächen.Hamburgs Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks (Grüne) sprach bei der Vorstellung des Verkehrskonzepts am Dienstag unter der im Bau befindlichen neuen Sternbrücke von einem „Kraftakt, der minutiös geplant ist“. Man habe „ein umfassendes und eng verzahntes Maßnahmenpaket entwickelt“, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.Lesen Sie auchKonkret bedeutet das: Die Baustelle an der Elbchaussee wird eigens für die Dauer der Sperrung unterbrochen und die Straße als südliche Ausweichroute wieder geöffnet. Nördlich soll die Fruchtallee über die Kieler Straße als Alternative dienen – auch dort werden Baustellen freigeräumt. Neun Ampelanlagen entlang der Ausweichrouten erhalten Sonderprogramme, rund um die Sternbrücke werden LED-Countdown-Tafeln installiert. Hinweisschilder sollen bereits ab der Autobahn A7 und dem Deichtorplatz zur weiträumigen Umfahrung auffordern.Um die angrenzenden Wohnviertel vor Schleichverkehr zu schützen, greift die Stadt zu einem ungewöhnlichen Mittel: An der Kreuzung Eimsbütteler Chaussee/Waterloostraße beziehungsweise Eimsbütteler Chaussee/Bellealliancestraße wird eine Schranke installiert, die ausschließlich Busse passieren lässt. Zusätzlich werden Einbahnstraßen in der Oelkersallee und der Eifflerstraße eingerichtet. Die stark frequentierten Buslinien 3 und X3, die nach Angaben von Tjarks täglich rund 41.000 Fahrgäste befördern, werden über den Doormannsweg umgeleitet.Massive Einschnitte im BahnverkehrAuch auf der Schiene müssen sich Reisende auf massive Einschnitte einstellen. Die Verbindungsbahn – das Rückgrat des Hamburger Schienenverkehrs – wird in mehreren Sperrzuständen stillgelegt. Vom 19. Juli bis zum 12. August ist der Bahnhof Altona komplett unerreichbar. Regionalzüge der Linien RE6, RE7 und RE70 enden mehrheitlich bereits in Pinneberg, teilweise in Elmshorn oder Neumünster. Die Nordbahn stellt ihre Linie RB60 vollständig ein. Die S-Bahn fährt vom 17. Juli bis 13. August nicht mehr zwischen Sternschanze und Altona, es gibt Busersatzverkehr; die Linie S5 wird durch den City-Tunnel umgeleitet.Lesen Sie auchIm Fernverkehr sind die Einschnitte ebenso drastisch: Die ICE-Verbindung nach München verkehrt nur noch zweistündlich – und startet in Hamburg-Harburg statt am Hauptbahnhof. Nach Kiel fahren lediglich zwei Züge pro Tag, am 20. und 21. Juli gar keiner. Die Direktverbindung Prag–Kopenhagen entfällt vollständig, die Sprinterverbindungen nach Nordrhein-Westfalen werden gestrichen. Richtung Westerland fahren drei der vier täglichen ICE-Züge, ebenfalls ab Harburg.Michael Körber, Leiter Fahrweg Nord bei DB InfraGO, räumte bei der Pressekonferenz ein, dass man den Reisenden „maßgeblich etwas zumutet“. Zeitliche Puffer seien kaum vorhanden. „Wir modernisieren die Infrastruktur nicht nacheinander, sondern bewusst in einem Paket“, sagte Körber. „So verkürzen wir die Dauer der Streckensperrungen.“ Man habe die Arbeiten bewusst in die verkehrsärmere Zeit der Sommerferien gelegt.Pinneberg wird zum zentralen UmsteigeknotenDoch gerade in den Sommerferien rollen erfahrungsgemäß Urlauberströme Richtung Nordsee und Sylt durch Hamburg. Schon bei früheren Sperrpausen kam es am Bahnhof Pinneberg, der nun erneut zum zentralen Umsteigeknoten wird, zu erheblichem Gedränge. Die Bahn kündigt verstärktes Personal an, das beim Umstieg und Gepäcktransport helfen soll. An den Wochenenden soll die S5 im 10-Minuten-Takt bis Pinneberg verkehren.Lesen Sie auchDie Sternbrücke soll am 15. August in Betrieb gehen. Ende Juli beginnt der Transport des neuen Brückenbauwerks per Spezialtransporter zum Einbauort. Tjarks verwies auf die Dringlichkeit: Erst vor wenigen Tagen sei in Bonn eine Autobahnbrücke gesperrt worden, die 100.000 Fahrzeuge täglich trägt. „Wir müssen hier handeln“, sagte der Senator. „Es ist zum Wohle der Stadt.“ Bis alles überstanden ist, wird es allerdings dauern: Noch bis voraussichtlich Mitte September kommt es wegen einer Eingleisigkeit bei Hamburg-Eidelstedt und einer Sperrung der Güterumgehungsbahn zu weiteren Einschränkungen im Bahnverkehr Richtung Schleswig-Holstein.dfe
Sternbrücke: Bahn bündelt vier Großbaustellen – Hamburg droht im Sommer der Verkehrs-Stresstest - WELT
Die Deutsche Bahn bündelt im Sommer den Neubau der Sternbrücke mit drei weiteren Großbaustellen. Dafür wird unter anderem die zentrale Kreuzung an der Sternbrücke wochenlang gesperrt. Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr sind drastisch eingeschränkt.












