Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) will mit mehreren Auftritten kurz vor den Landtagswahlen seine Partei in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin unterstützen. Den Schwerpunkt seiner etwa zehn Wahlkampftermine legt der einzige grüne Regierungschef auf Sachsen-Anhalt, wie der Tagesspiegel erfuhr. Dort wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt; die AfD könnte eine absolute Mandatsmehrheit erzielen.So wird Özdemir bereits an diesem Sonntagabend eine Veranstaltung mit Sachsen-Anhalts Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz auf dem Marktplatz in Wernigerode abhalten, wie der Tagesspiegel erfuhr. An diesem Sonnabend plant Özdemir, in Wernigerode an einer Stadtführung teilzunehmen, und am Sonntag zum Brocken zu fahren.Am 4. September, dem Freitag vor der Landtagswahl, will Özdemir am Wahlkampfabschluss der Grünen Sachsen-Anhalt mit Spitzenkandidatin Sziborra-Seidlitz und der früheren Bundesvorsitzenden Ricarda Lang in Halle/Saale teilnehmen. Am Tag zuvor plant er einen Auftritt in Dessau.Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von Putin oder irgendeinem anderen autoritären HerrscherCem Özdemir, Grüne, Ministerpräsident in Baden-Württemberg„Das sind keine gewöhnlichen Landtagswahlen“, sagte Özdemir dem Tagesspiegel. Er reise unter anderem nach Sachsen-Anhalt, um die Kandidatinnen und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen dort zu unterstützen – aber auch, „weil mir klar ist, was auf dem Spiel steht. Wenn die AfD dort einen Ministerpräsidenten stellt, betrifft das nicht nur Sachsen-Anhalt. Das ist eine Zäsur für das ganze Land.“Er sehe es als seine „Pflicht, dafür zu kämpfen, dass es dazu nicht kommt“. Özdemir war nach der baden-württembergischen Landtagswahl im Frühjahr dieses Jahres zum Ministerpräsidenten in Stuttgart gewählt worden. Die Grünen stehen nach den beiden jüngsten Umfragen für ARD und ZDF von dieser Woche bei jeweils 6 Prozent, und damit so gut wie seit über einem Jahr nicht mehr.Bisher regieren in Magdeburg CDU, SPD und FDP. Nach der Wahl könnte Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) versuchen, mit SPD und Grünen zu regieren – sofern diese im Landtag vertreten sein sollten. Aller Voraussicht nach würde das nur zu einer Minderheitsregierung führen. Die CDU schließt bislang Koalitionen mit der Linken aus.Özdemir warnte vor einem russlandfreundlichen Kurs Sachsen-Anhalts nach einem möglichen Wahlsieg der AfD: „Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt bleibt und Magdeburg nicht ein Vorort von Moskau wird. Wer Deutschland liebt, macht es nicht abhängig von Putin oder irgendeinem anderen autoritären Herrscher“, sagte er dem Tagesspiegel.Es gehe darum, das Land voranzubringen und Probleme zu lösen, denn nur davon lebe die AfD. Da müsse man sich auch selbstkritisch hinterfragen. „Aber Straßen werden durch deren Wutreden nicht saniert, Schulen werden durch deren Empörung nicht besser und Arbeitsplätze entstehen nicht durch Nationalismus“, sagte er. „Wir machen den Wählern der AfD ein Angebot aus der demokratischen Mitte. Man muss nicht zu den Populisten rennen, um politische Lösungen zu bekommen – denn sie haben gar keine im Angebot.“Am 31. August und 1. September plant Özdemir vier Termine in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September gewählt wird. So plant er, unter anderem an einem Townhall-Format in Schwerin teilzunehmen. Am 2. September will er den Grünen-Wahlkampf in Berlin unterstützen, wo ebenfalls am 20. September gewählt wird.
Özdemir steigt in Ost-Wahlkämpfe ein: „Magdeburg darf nicht Vorort von Moskau werden“
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) will ab Sonnabend etwa zehn Auftritte in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin absolvieren.








