Jürgen Schreiber ist Mitorganisator des Wir-Festivals in Halle. Gemeinsam mit anderen wirbt er für eine offene Stadtgesellschaft.
Jürgen Schreiber vom WIR-Festival in Halle
Marco Warmuth
„Wir verbinden“, „wir feiern“, „wir erinnern“ – die Sprechblasen mit ihren knallorangen Lettern sind aus dem Halleschen Stadtbild nicht mehr wegzudenken. An die 400 unterschiedliche Aufkleber zieren seit etwa einem Jahr großflächig die Schaufenster von Läden und Cafés der Großstadt an der Saale, immer bestehend aus der Kombination des Wortes „wir“ und einem Verb, manchmal auch ergänzt durch historische und zeitgenössische Literatur- oder Songzitate. Sie sind Teil der sogenannten Schaufensterkampagne des WIR-Festivals und sollen ein Signal für eine offene Stadtgesellschaft und Solidarität mit besonders bedrohten Gruppen senden.
Einer der Menschen hinter der Kampagne ist Jürgen Schreiber. Er bezeichnet sich als einen Menschen, „der immer sehr politisch eingestellt, aber nicht sonderlich aktiv gewesen ist“. Der gebürtige Rheinländer lebt seit mittlerweile 14 Jahren in seiner neuen Heimat, arbeitet als freier Lektor in den Bereichen Wissenschaft, politische Bildung und Politikberatung. Die Erfolge rechter und populistischer Parteien hätten bei ihm in den vergangenen Jahren zu einem wachsenden Gefühl der Ohnmacht geführt. „Irgendwann“, erinnert er sich, „war ich an einem Punkt, wo ich dachte: Jetzt reicht’s, entweder ich kann mich bald einsargen, oder ich mach halt doch mal was!“










