Was haben Frank-Walter Steinmeier und „GTA 6“ gemeinsam? Einen Gamescom-Besuch zumindest nicht. Während der Bundespräsident der Branche Glanz verlieh, zeigte sich Rockstar ganz und gar unbeeindruckt: Anstatt wie andere Spielefirmen in den Kölner Messehallen um die Aufmerksamkeit von Gamern und Fachbesuchern zu buhlen, veranstaltete Rockstar am Gamescom-Donnerstag ein durchgestyltes Netflixpremieren-Alternativprogramm. Rockstar macht, was Rockstar will – dagegen kann auch die Gamescom nicht anstinken.
Ein Schönheitsfehler, würden die Veranstalter sagen. Als ich im Vorfeld der Messe den Geschäftsführer des deutschen Branchenverbands game auf „GTA 6“ angesprochen habe, wollte er sich nicht so recht äußern. „GTA“ zeige, wie groß Videospiele mittlerweile werden können, sagte Felix Falk nur. Und betonte schnell, dass ja auch andere Spiele sehr groß sind.
Und was groß ist, braucht Platz. Zum ersten Mal in der Geschichte der Messe war 2026 jeder verfügbare Quadratmeter vergeben. Mehr als 1600 Aussteller aus 67 Ländern sind nach Köln gekommen, so viele wie noch nie, und die Koelnmesse prüft für 2027 bereits zusätzliche Hallenflächen. Die Gamescom steht gut da. Und das „GTA“-Problem wird sich ja im kommenden Jahr sowieso erledigt haben: Bis dahin ist „GTA 6“, wenn es auf dieser Welt noch mit rechten Dingen zugeht, längst aus dem Weg.












