Morning Briefing Podcast Anleihen: Inflation als Ausweg aus den Rekordschulden / Telekom: Was nun, Herr Höttges? Gerade eben

Abspielen 09:09Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,wenn Kevin Warsh heute in Jackson Hole seine erste große Grundsatzrede hält, führt sich der Neuling an der Spitze der amerikanischen Notenbank Fed nicht nur in den Kreis der führenden Notenbankchefs und ‑chefinnen ein – er wird auch einige sehr drängende Fragen beantworten müssen: Lässt sich die Notenbank von den steigenden Renditen beeindrucken? Stellt sie den Kampf gegen die Inflation zurück, um den Haushalt von Donald Trump und Finanzminister Scott Bessent nicht weiter zu belasten? Und was hält Warsh davon, dass die Regierung immer aktivistischer in die Märkte eingreift?Trump und Bessent haben ein für Fed-Chefs übles fiskalpolitisches Gemisch angerührt – und am liebsten wäre es ihnen, Warsh würde es auslöffeln. Doch noch gibt sich Warsh als Kostverächter.Die USA kommen nicht vom Kern ihres Finanzproblems weg, wie die Autoren unserer dieswöchigen Titelgeschichte schreiben: Immer mehr Anleihegläubiger zweifeln, ob sie den aufgelaufenen Schuldenberg von 40 Billionen Dollar abtragen werden. Deswegen sind die Renditen auf langlaufende US-Staatsanleihen über fünf Prozent und damit auf die höchsten Werte seit der Finanzkrise gestiegen.Bessent versucht gegenzusteuern, indem er langfristige Anleihen durch niedriger verzinste Kurzfristanleihen ersetzt. Gleichzeitig treibt der Irankrieg die Inflation, worauf Warshs Fed eigentlich mit einer Zinserhöhung reagieren müsste. Tut sie das, torpediert sie aber Bessents Strategie – die kurzfristigen Anleihen würden dann ja teurer.Was also tut Warsh? Der US-Chefökonom von TS Lombard, Steven Blitz, schätzt, dass er sich im Zweifel eher für höhere Inflation und Wachstum entscheidet als für steigende Zinsen. Die Frage ist, wie lange das aufgeht: Anfang November entscheiden die US-Wählerinnen und -Wähler bei den Zwischenwahlen über die Mehrheit im Kongress. Höhere Inflation dürften sie anders gewichten als Warsh.Telekom-Chef Timotheus Höttges: Der Streit in den USA eskaliert zur Unzeit. Foto: Reuters, Dpa, Getty ImagesTelekom: Und nun, Herr Höttges?Am 16. Mai 2020 soll Telekom-Chef Timotheus Höttges sein Handy genommen und eine Nachricht an seinen Vertrauten Thorsten Langheim geschickt haben: „We give them nothing!!!“ Diese Nachricht könnte, so eine umfangreiche Recherche meines Kollegen Philipp Alvares de Souza Soares, zu einer der teureren der deutschen Konzerngeschichte werden.Denn sie ist Teil eines Verfahrens, das den Konzern Milliarden kosten könnte. Gemeint waren die Minderheitsaktionäre von T-Mobile US, die an der Fusion mit Sprint womöglich besser hätten beteiligt werden sollen. Genau das aber könnte, so der Vorwurf ihrer Rechtsvertreter heute, Höttges mit der SMS verhindert haben. Ein entsprechendes Gerichtsverfahren könnte im Herbst 2027 starten.Seltsam doppeldeutig wirken rückblickend die Worte, die Höttges 2021 nach Vollendung der Fusion seinen Aktionären auf der Hauptversammlung in Bonn zurief: „Es ist Erntezeit.“ Fragt sich nur: Für wen?Blick auf ein nepalesisches Dorf: Fatale Kettenreaktion. Foto: AFPNepal: Auf dem Friedhof des KlimawandelsEs sind Bilder wie von einem anderen Planeten: Nach einer Sturzflut im Himalaja werden in Tibet und Nepal mehr als 1300 Menschen vermisst, Hunderte sind tot. „Wenn es jetzt zu Hitzewellen – ähnlich wie in Deutschland in diesem Sommer – kommt, dann können Gletscher und auch Gletscherseen sehr schnell instabil werden“, sagt der Potsdamer Geowissenschaftler Bodo Bookhagen.