Die Lage im Osten wird für junge Linke bedrohlicher. Der Kampf gegen den allgegenwärtigen Neonazismus lässt Systemfragen in den Hintergrund rücken.

W enn ich in diesen Wochen mit linken Jugendlichen aus Sachsen-Anhalt oder meinem Herkunftsbundesland Sachsen ins Gespräch komme, hat sich etwas verändert: Die politische Wut gilt in erster Linie nicht mehr nur den Neonazis, der AfD oder Ortsgruppen des „III. Weges“, sondern auch und vor allem der Bundesregierung und diesem System. Warum mir das Hoffnung macht und was junge Linke im Osten antreibt – darum geht es in diesem Text.

Mehr Pöbeleien, mehr Hitlergrüße, mehr Angst – so beschreibt mir gegenüber ein 22-jähriger Linker aus Halle (Saale) die Veränderungen seines Lebens in den vergangenen Jahren. Nur zum Hintergrund: Halle mit seinen 230.000 Einwohnern ist das kulturelle Zentrum Sachsen-Anhalts mit einer traditionsreichen Universität, einer Kunsthochschule, einer schönen, intakten Altstadt und einer vitalen linken Szene.

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