Wer die Bundespressekonferenz regelmäßig verfolgt, entwickelt ein feines Gehör für die Tonlagen des Ausweichens. Die jüngste Regierungspressekonferenz bot eine besonders geübte Darbietung. Anlass war die Festnahme des ukrainischen Tauchers Vladimir Z. im kroatischen Pula am vergangenen Mittwoch, dem 19. August – unter Umständen, die selbst für einen Fall, der seit Jahren an der Grenze zur Realsatire balanciert, eine neue Qualität erreichen.

Der dringend Tatverdächtige beim historisch schwersten Anschlag auf deutsche Energieinfrastruktur wurde am Set eines Hollywoodfilms verhaftet, der eben jenen Anschlag nacherzählt und bei dem er als Berater fungierte. Wie Regierungssprecher Stefan Kornelius und die Sprecherin des Auswärtigen Amtes auf Nachfrage dieser Zeitung darauf reagierten, verdient eine genauere Betrachtung.

Festnahme im dritten Anlauf – am Filmset

Die kroatische Polizei nahm Z. am Morgen des 19. August in einem Hotel in Pula auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls fest, den der Generalbundesanwalt bereits im Sommer 2024 erwirkt hatte. Ein Gericht ordnete wegen Fluchtgefahr Untersuchungshaft an. Wie unter anderem Legal Tribune Online berichtete, erfolgte die Festnahme am Set des Films „Snake Island“ des amerikanischen Regisseurs Doug Liman, in dem die Hollywoodstars Sean Penn und Adrien Brody mitspielen.