Die Bundesnetzagentur übt sich in einem rhetorischen Spagat: Sie nehme die Entwicklung der Speicherfüllstände „sehr ernst“, entwarnt aber gleichzeitig: „Die Versorgungssicherheit ist aktuell gewährleistet.“Anzeige
Wie passt das zusammen? Den Schlüssel dazu liefert LNG, also verflüssigtes Erdgas, das per Schiff angeliefert wird. Dadurch sind Importländer wie Deutschland nicht mehr auf wenige, per Pipeline angebundene Lieferanten wie Norwegen oder Russland angewiesen. Das bedeutet: Sollte das Gas im Winter knapp werden, lässt es sich zur Not auch irgendwo auf dem Weltmarkt zusammenkaufen.
LNG-Gas aus den USA: Kühne Wette
Die Frage ist nur: zu welchem Preis? Durch den Iran-Krieg sind die Gaspreise im Februar stark angestiegen (wenn auch bei weitem nicht so stark wie 2022 beim Ukraine-Krieg). Also hatten Gasversorger wenig Anreiz, ihre Speicher zu füllen, obwohl sie dazu eigentlich gesetzlich verpflichtet wären. Doch dass es günstiger sein sollte, Gas nun im Winter ad hoc herbeizuschaffen, ist eine ziemlich kühne Wette. Damit spekulieren die Gasversorger unter anderem darauf, dass sich die Lage am Persischen Golf rechtzeitig entspannen wird. Oder dass der deutsche Staat zur Not einspringen wird, wie schon beim Ukraine-Krieg.Anzeige













