Als die Grünen ihre Spitzenkandidatin wählten, lagen sie in Umfragen nur bei 3 Prozent. Jetzt haben sie 6 Prozent. Zahlt sich ihr Optimismus aus?

Susan Sziborra-Seidlitz die Grüne Hoffnung in Sachsen-Anhalt

Peter Gercke/dpa

In den ersten zwanzig Minuten sagt Susan Sziborra-Seidlitz erst mal nichts. Die Spitzenkandidatin der Grünen sitzt im Kreishaus Genthin, einer Kleinstadt im Nordosten Sachsen-Anhalts, ganz links außen auf dem Podium. Noch ist das Mikrofon nicht bei ihr. Der Saal ist zur Hälfte gefüllt, etwas mehr als 30 Menschen sind gekommen, ein Dutzend von ihnen trägt blau-weiße T-Shirts mit AfD-Logo.

Das Thema an diesem Donnerstagabend im August ist nicht die anstehende Landtagswahl am 6. September. Es geht um das Gesundheitswesen in Genthin. Seitdem 2017 das Krankenhaus der kleinen Stadt geschlossen hat, fehlt es an Gesundheits- und Notfallversorgung. Ein Mann erzählt, im ganzen Landkreis gebe es keinen einzigen Urologen. Eine Frau berichtet, wie sie für die Behandlung eines komplizierten Handgelenkbruchs ins Nachbarbundesland Brandenburg musste.