Im Rahmen der Recherche führte der BR mehr als 70 Testanrufe durch. In den Netzen von Telekom und Telefónica (O2) gelangten dabei in mehreren Fällen eindeutige Gerätekennungen, sogenannte IMEI-Nummern, zum Anrufer. Bei Telekom und Vodafone seien in manchen Fällen sogar das Smartphone-Modell und die Betriebssystemversionen offengelegt worden. Bösartige Akteure können anhand dieser Informationen erkennen, ob beispielsweise sämtliche Updates installiert sind oder Sicherheitslücken ausgenutzt werden können.
Verfassungsschutz nimmt Sicherheitsrisiken ernstDas Bundesamt für Verfassungsschutz teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, Sicherheitsrisiken im gegebenen Zusammenhang sehr ernst zu nehmen. »Hierbei steht insbesondere der potenzielle Missbrauch durch fremde Mächte im Fokus. Insofern ist der Sachverhalt als sicherheitsrelevant zu werten.«Der Abfluss jeglicher Informationen, die es ermöglichten, ein Gerät oder einen Nutzer zu identifizieren, sei grundsätzlich kritisch zu sehen. Fortgeschrittene kriminelle Cybergruppierungen und staatliche Akteure seien in der Lage, jegliche Informationen zu ihrem Vorteil auszunutzen. »Somit ergeben sich auch aus der Offenlegung von IMEI-URNs sowie Geräte- und Softwareinformationen entsprechende weitere Angriffsvektoren und damit Gefährdungen. Es ist beispielsweise möglich, bei Kenntnis des konkreten Modells oder spezifischen Betriebssystems zielgerichtet Spyware einzusetzen.« Insbesondere repressive Regime nutzen solche Spyware , um Kritiker und Oppositionelle zu verfolgen.







