Bis vor wenigen Tagen existierte eine Sicherheitslücke in vielen Mobilfunknetzen. Nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks (BR) konnte ein Anrufer in manchen Fällen an die komplette IMEI des Angerufenen gelangen, bevor dieser das Gespräch überhaupt angenommen hatte. Über die 15-stellige IMEI-Kennung lässt sich ein Smartphone eindeutig identifizieren. Das macht die Kennung beispielsweise zu einem wertvollen Datenpunkt fürs Nutzer-Tracking.
Insgesamt habe der BR mit mehr als 70 Testanrufen untersucht, welche Informationen beim Rufaufbau über das genutzte Mobilfunknetz ans Smartphone des Anrufers übermittelt wurden. In den Netzen von Telekom und Telefónica (O2) seien dabei in mehreren Fällen IMEIs zum Anrufer gelangt, wie Wireshark-Mitschnitte des Datenverkehrs zeigten. Bei Telekom und Vodafone seien Smartphone-Modelle und Betriebssystemversionen offengelegt worden. So habe sich etwa erkennen lassen, ob wichtige Sicherheitsupdates installiert gewesen seien. Die Daten seien nicht bei jedem Anruf übertragen worden, sondern nur in bestimmten Konstellationen.
Betreiber bestätigten Schwachstelle
In Stellungnahmen der betroffenen deutschen Mobilfunkanbieter, die heise online vorab einsehen konnte, bestätigten die Unternehmen das Problem und haben es nach eigenen Angaben auch bereits adressiert. Vodafone schrieb dem BR, das Unternehmen habe die Daten, die bei Anrufen übermittelt werden, „zusätzlich eingegrenzt“. Die Telekom kündigte Mitte August gegenüber dem BR an, ihr Netz entsprechend anzupassen. Telefónica erklärte, technische Maßnahmen umgesetzt zu haben.








