Amerikas Bundesstaatsanwälte haben erreicht, was die Politik in Washington bisher nicht vermochte. Sie setzten einen Vergleich mit der Facebook-Muttergesellschaft Meta durch, der die Nutzungszeit der Plattformen Facebook und Instagram deutlich begrenzt. Der eindeutige Beweis, dass die Plattformen Teenager süchtig, krank und depressiv machen, steht noch aus. Doch die Resultate vieler Studien sind besorgniserregend. Zudem ist völlig klar, dass die Plattformen mit ihren Algorithmen versuchen, die Nutzer an diese zu fesseln.Die jetzt vereinbarten Nutzungsbeschränkungen sind wichtiger als die Summe, die Meta nun an die meisten Bundesstaaten überweist. 18 Milliarden Dollar klingen nach viel. Sie sind aber für einen Konzern, der im jüngsten Geschäftsjahr 60 Milliarden Gewinn erzielte, die Auszahlung über zehn Jahre strecken kann und eine Teilsumme überdies an die Voraussetzung knüpft, dass die Konkurrenten entsprechende Schutzregeln erlassen, gut verkraftbar.Tatsächlich wäre der Vergleich witzlos, wenn die Teenager ihre Zwangspause auf Instagram nutzten, um sich von Youtube und Tiktok in die Untiefen ihrer sozialen Welten ziehen zu lassen. Die Aussichten allerdings, dass die Youtube-Muttergesellschaft Google und die Tiktok-Muttergesellschaft Bytedance ebenfalls einlenken, sind nach dem Vorpreschen von Meta gut.Die Stimmung kipptDie Milliardenzahlungen sind auch deshalb weniger bedeutsam, weil sie in staatlichen Initiativen zu enden pflegen, deren Nutzten oft, wenn auch nicht immer, zweifelhaft ist.Die tiefere Bedeutung des Vergleichs liegt darin, dass die Stimmung gegen die Technologiekonzerne in den USA kippt. Die Gerüchte, dass die Silicon-Valley-Größen ihren Kindern oft striktes Social-Media-Verbot auferlegen, um sie zu schützen, gehören zum Standardmaterial von Gartenparty-Konversationen. Wer kennt jemanden, der mit Blick auf seine Kinder so richtig zufrieden mit deren Mediennutzung ist?Den Stimmungsumschwung bekommen auch die Treiber der Künstlichen Intelligenz zu spüren. Ihre exorbitanten Baupläne für Rechenzentren werden ein ums andere Mal gestoppt. Der Missmut in der Bevölkerung ist übrigens parteiübergreifend, weshalb die Tatenlosigkeit der Politik schwer zu erklären ist – außer durch eine sehr, sehr starke Lobby.