Startseite

Politik

Konjunktur

Ifo-Beschäftigungsbarometer: Firmen streichen weniger Jobs Der Arbeitsmarkt scheint sich wieder zu entspannen. Auch in der Industrie geht der Stellenabbau zurück. Welche Branchen besonders wachsen.

Ein Mitarbeiter vom Lieferservice von Rewe. Foto: imago/photothekDie beginnende Konjunkturbelebung in Deutschland hinterlässt erste positive Spuren am Arbeitsmarkt: Im August verlangsamte sich der Stellenabbau, während in einigen Branchen wieder mehr Mitarbeiter gesucht werden. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg im August um 1,8 Zähler auf 94,8 Punkte, wie das Münchner Institut am Donnerstag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Mai 2025. „Der Arbeitsmarkt zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „In Summe werden aber noch Arbeitsplätze abgebaut.“Zugleich stagniert die Nachfrage nach Mitarbeitern: Der entsprechende Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit verharrte im August den vierten Monat in Folge bei 103 Punkten, liegt aber um vier Zähler über seinem Vorjahreswert.„Trotz der insgesamt weiter schwachen Kräftenachfrage zeigt sich in immer mehr Branchen ein zumindest leichtes Stellenplus im Vergleich zum Vorjahr“, erklärte die Bundesagentur. Besonders die Stellenmeldungen aus dem Öffentlichen Bereich liegen höher als ein Jahr zuvor, gefolgt von Finanzen und Versicherungen, den Qualifizierten Unternehmensdienstleistern, der Energie- und Wasserwirtschaft sowie dem Verarbeitenden Gewerbe. Die größten prozentualen Rückgänge verzeichnen die Wirtschaftszweige Information und Kommunikation, gefolgt von den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie dem Gastgewerbe.Hoffnung für die IndustrieDie Signale für ein stärkeres Wachstum der deutschen Wirtschaft haben sich zuletzt gemehrt, was positiv auf den Arbeitsmarkt ausstrahlen könnte. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der auf einer Umfrage unter mehr als 9000 Managern fußt, stieg im August bereits den vierten Monat in Folge. Er erreichte damit den höchsten Stand seit einem Jahr. Zudem legte das Bruttoinlandsprodukt zuletzt drei Quartale in Folge zu.„Die deutsche Wirtschaft hat den Weg zu mehr Wachstum eingeschlagen“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Mehrere Banken und Verbände haben darauf bereits reagiert: Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verdoppelte seine Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent. Das IMK-Institut erwartet „mindestens 1,1 Prozent“.Konjunktur Deutschland Ein zartes Brummen – springt da gerade die Wirtschaft an? von Bert Losse und Konrad FischerIn der Industrie hat der Stellenabbau den Ifo-Angaben zufolge an Dynamik verloren: Das Beschäftigungsbarometer stieg hier sogar auf den höchsten Wert seit März 2024. Die Auftragsbücher der Industrie sind nach dem fünften Anstieg in Folge mittlerweile so prall gefüllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015.„Die einzelnen Branchen sind aber mehrheitlich weiterhin auf Kürzungen ausgerichtet“, betonte das Ifo-Institut zugleich. Positive Ausnahmen sind demnach die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie die Nahrungsmittelindustrie. Dort soll die Beschäftigtenzahl steigen.Im Handel hat sich das Barometer zwar ebenfalls verbessert. Dennoch überwiegen hier sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel weiterhin die Pläne für einen Personalabbau. Bei den Dienstleistern gleichen sich Expansions- und Kürzungspläne genau aus. Die Beschäftigung soll unterm Strich konstant gehalten werden. „Gleiches gilt für den Bausektor“, so das Ifo-Institut. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht diesen Freitag die Arbeitsmarktbilanz für August. Experten zufolge dürfte die Zahl der Erwerbslosen bei drei Millionen verharren, die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent. rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick