„Artgemeinschaft“ : Razzien bei mutmaßlichen Unterstützern von verbotener rechtsextremer Sekte27.08.2026, 12:02Lesezeit: 2 Min.Die rassistische „Artgemeinschaft“ wurde bundesweit verboten, trotzdem soll der Verein aufrechterhalten worden sein. Im Zuge von Ermittlungen gibt es nun Durchsuchungen in mehreren Bundesländern.Wegen des Verdachts der Fortführung der verbotenen rechtsextremen Vereinigung „Artgemeinschaft“ durchsucht die Polizei Objekte in fünf Bundesländern. Grundlage sei ein Verfahren gegen insgesamt 15 Beschuldigte, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Halle. Ihnen werde vorgeworfen, die „Artgemeinschaft“ zu unterstützen. Zuvor hatten der „Spiegel“ und die „Volksstimme“ berichtet.Nach Angaben der Sprecherin laufen die Durchsuchungen in Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seit dem Morgen. Unter anderem seien Kräfte der Landeskriminalämter im Einsatz. In NRW durchsuchte die Polizei Objekte in Lippstadt sowie an zwei weiteren Orten im Kreis Lippe und im Kreis Höxter, wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr. In Brandenburg betrafen die Durchsuchungen nach dpa-Informationen jeweils ein Objekt in Potsdam und in Zossen südlich von Berlin.Die „Artgemeinschaft - Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“, so der vollständige Name, wurde 2023 vom Bundesinnenministerium verboten. Die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) bezeichnete sie als „sektenartige, zutiefst rassistische und antisemitische Vereinigung“. Die Gruppierung klagte gegen das Verbot, das aber im April vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde.Der Verein hatte vor dem Verbot schätzungsweise rund 150 Mitglieder, war laut Bundeszentrale für politische Bildung bundesweit mit vielen rechtsextremen und neurechten Gruppierungen vernetzt und unterhielt gute Kontakte zur gewaltbereiten Neonazi-Szene. Die Gruppe feierte vor allem im geschlossenen Rahmen germanisch-heidnische Feste und veranstaltete sogenannte Gemeinschaftstage mit bis zu 250 Teilnehmern.Gegründet wurde die Artgemeinschaft 1951 von Alt-Nazi Wilhelm Kusserow, der bereits in den 1920er-Jahren das sogenannte deutschgläubige neugermanische Heidentum propagierte. Neben der Artgemeinschaft gibt es zahlreiche weitere Initiativen, Vereine und Organisationen, die im gesamten Bundesgebiet am äußersten rechten Rand aktiv sind, teils Jugendlager organisieren oder als Ökolandwirte tätig sind.