Eine eigene Reederei (»Tailwind«) betreibt die Schwarz-Gruppe schon, nun investiert sie erneut kräftig in digitale Souveränität: In Mecklenburg-Vorpommern baut das für seine Handelsketten Lidl und Kaufland bekannte Unternehmen ein Großrechenzentrum. 5,6 Milliarden Euro will der Konzern in das Zentrum in Dummerstorf bei Rostock stecken.

Das Datacenter soll über eine Kapazität von 240 Megawatt bis 2033 verfügen, teilte das Unternehmen mit. Bis 2045 könne diese auf ein Gigawatt ausgebaut werden, kündigte das Unternehmen auf ‌einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) an.»Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen«, sagte der Chef der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski. In Brandenburg baut Schwarz bereits ein ähnlich großes Rechenzentrum. Die Investitionskosten belaufen sich da auf elf Milliarden Euro.

Künftige Konkurrenz für Amazon oder Microsoft?Die Schwarz-Gruppe als Investor ist mit über 600.000 Mitarbeitern weltweit nicht nur für ihre Handelsketten bekannt, sondern seit Jahren mit der Sparte Schwarz Digit auch als IT-Dienstleister. Diese bietet Leistungen wie Cloud-Dienste und Cybersicherheit an.Ziel ‌der Landesregierung sei es, ​Deutschland unabhängiger von ausländischen Anbietern zu machen, sagte Schwesig. Sie dürfte allerdings auch darauf hoffen, von der Ankündigung der Milliardeninvestition politisch zu profitieren.