Wenn man sich mit dem libanesisch-kanadischen Autor Wajdi Mouawad zum Gespräch trifft, zieht er einen sofort hinein in seinen Kosmos. Schon wie er in der Lobby seines Salzburger Hotels auf dem Sofa sitzt, vorne auf der Kante, immerzu sprungbereit, zeigt seine hellwache Gegenwärtigkeit, seine Zugewandtheit. Er trägt ein kariertes Hemd und eine randlose Brille, das dunkle Lockenhaar ist akkurat gestutzt. Drahtige Gestalt, leise Stimme. Es dauert keine zehn Minuten, und man steckt mitten in der Gemengelage aus Nationen, Konflikten, Kindheitserinnerungen und (Theater-)Sprachen, die Mouawads Leben und Schreiben ausmacht. Ein strukturiertes Interview – Frage, Antwort, begrenzte Zeit – kann man gleich mal vergessen. Viel interessanter ist es, den Windungen im Kopf dieses klugen, geistreichen Denkers zu folgen und die Reise mitzumachen.
Theater-Phänomen Wajdi Mouawad: Nichts ist ungeheurer als der Mensch
Erst bei den Salzburger Festspielen, jetzt bei der Ruhrtriennale: „Europa“, das neue Kriegstrauma-Stück von Wajdi Mouawad, schockiert und erschüttert. Ein Treffen mit dem weltweit gefeierten libanesischen Autor.







