Der Vorsitzende des Dachverbands der DDR-Opfer, Dieter Dombrowski, hat die Forderung der Berliner Linken nach Enteignung von Wohnungskonzernen auch wegen der Erfahrungen in der DDR kritisiert. »Was Verstaatlichung für Folgen hat, konnte man vor 1989 in ganz Osteuropa und der DDR sehen«, sagte Dombrowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Wohnungen gab es damals keine. Und wenn es welche gab, dann waren sie in einem jämmerlichen Zustand – mit Ausnahme der Neubauten.«

»Aus historischen Gründen falsch«Deshalb sei die Forderung nach Verstaatlichung von Wohnungsgesellschaften »auch aus historischen Gründen falsch«, sagte der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG). Die Lösung des Problems könne nur darin bestehen, Wohnungen zu bauen. Dombrowski warnte: »Verstaatlichungen sind der Weg zum Sozialismus. Er macht nicht alle gleich, aber alle gleich arm.«

Die Linke fordert die Umsetzung des »Deutschen Wohnen & Co. enteignen-Volksentscheids« und damit die Vergesellschaftung von Wohnkonzernen. Die SPD als möglicher Koalitionspartner lehnt dies bislang ab. Die Bundesregierung hat ihrerseits ein Gesetz angekündigt, um den Ländern Enteignungen zu verbieten.