ErklärtKeine Angst vor Motorschäden: Wann sich der Plug-in-Hybrid lohntKaltstarts sind bei Plug-in-Hybriden dank moderner Schmierstoff- und Pumpentechnik gut abgesichert. Doch es gibt Tücken beim Einsatz des Verbrenners im Hybridantrieb.27.08.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenDie C-Klasse von Mercedes gibt es in verschiedenen Antriebsversionen: Der C 300 e im Bild ist ein Plug-in-Hybrid, aber es gibt ihn auch als C 300 d mit reinem Dieselantrieb.PDLeserfrage: Ich habe gehört, dass bei Plug-in-Hybridautos ein Risiko für den Verbrennungsmotor besteht. Der wird bei hoher Leistungsabfrage automatisch zugeschaltet und muss dann sofort Kraft entfalten. Soll ich jetzt besser ein Auto mit Dieselmotor ohne Hybrid kaufen, um keinen Motorschaden zu riskieren?Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Sorge, dass Verbrennungsmotoren bei Plug-in-Hybriden (PHEV) Schäden durch Kaltstarts erleiden, ist technisch weitgehend unbegründet. Die heutigen Hersteller treffen genau für dieses Szenario Vorsorge: Der Verbrennungsmotor springt bei spontanem Leistungsbedarf nicht ungeschmiert an. Elektrische Ölpumpen sorgen bereits vor oder während des Einklinkens in den Antrieb für den nötigen Öldruck.Plug-in-Hybride nutzen zudem besonders dünnflüssige Motoröle mit speziellen Schmierfilm-Zusätzen, die sofort an den Reibflächen haften und den Verschleiss des Verbrennungsmotors minimieren.Alter Sprit ist eine RisikoquelleDoch das ist nur die halbe Wahrheit. Der Treibstoff im Tank altert bei Plug-in-Hybriden schneller als bei reinen Verbrennern, da er seltener verbraucht wird. Wer fast ausschliesslich elektrisch fährt, verhält sich zwar besonders umweltfreundlich und sparsam, doch der lange im Tank verbleibende Sprit kann dort verharzen oder Feuchtigkeit ansammeln. «Das verschlechtert das Kaltstart- sowie Fahrverhalten und erhöht die Ablagerungsbildung im Kraftstoffsystem in der bei Hybridfahrzeugen längeren Warmlaufphase der Motoren», erklärt David Kaiser, Forschungschef beim Schmierstoffhersteller Liqui Moly.Zudem können sehr häufige, kurze Einsätze des Verbrennungsmotors verhindern, dass das Motoröl seine Betriebstemperatur erreicht. Unverbrannter Treibstoff gelangt so ins Öl und verschlechtert dessen Schmierfähigkeit.Ein weiteres Problem ergibt sich daraus, dass Hybridautos zwei Antriebsarten miteinander verbinden. Fällt also eines der beiden Systeme, Elektro oder Verbrenner, aus, kann das gesamte Fahrzeug zum Stillstand kommen.Es kommt auf den alltäglichen Einsatz anEin Wechsel auf ein Fahrzeug mit Dieselmotor ohne Elektroantrieb lohnt sich nur dann, wenn das typische Fahrprofil einen hohen Anteil an Langstreckenfahrten aufweist. Auf kurzen Strecken leidet ein moderner Diesel durch Verstopfungen des Partikelfilters deutlich stärker als ein Plug-in-Hybrid.Wer hingegen lange Strecken mit hoher Leistungsabfrage fährt, etwa auf der Autobahn, bewegt sich im Plug-in-Hybridauto sehr ineffizient. Dann leistet der Verbrennungsmotor die Hauptantriebsarbeit. Er ist jedoch kleiner dimensioniert als bei Fahrzeugen ohne Stromunterstützung und erreicht seine Leistungsgrenze schneller. Die Folge ist ein hoher Treibstoffverbrauch.Falls Käufer zu Hause eine Ladestation nutzen, ist ein Plug-in-Hybrid weiterhin eine verlässliche Wahl. Dann aber bietet ein rein batterieelektrisches Auto (BEV) die maximale Einfachheit im Alltag und bei der Wartung.Passend zum Artikel