Die schwarz-rote Regierung sucht bei ihrem Treffen auf Schloss Neuhardenberg eine gemeinsame Erzählung. Das Binnenklima ist wichtiger als der Klimawandel.

Zum Wegrennen: Das Bundeskabinett nutzte seine Zeit in Neuhardenberg auch für Teambuilding

Kay Nietfeld/dpa

Untätigkeit kann man der Regierung nicht vorwerfen. Im Morgengrauen schwangen sich die SPD-Minister Lars Klingbeil und Carsten Schneider am Mittwoch aufs Rennrad, die CDU-Kollegen Johann Wadephul und Carsten Linnemann gingen laufen. Und das, obwohl es am Vorabend noch lange ging – die Staatsministerin für Migration hatte Geburtstag und feierte bis viertel drei. Nicht in der Keilerklause in Neuhardenberg, sondern auf der Terrasse des Schlosses.

Beschlüsse? Wurden auf der zweitägigen Klausur der Bundesregierung nicht gefasst. Das Treffen im brandenburgischen Schloss diente nach der missglückten Kabinettsumbildung im Juni vor allem dem Teambuilding: Die Ministerinnen und Minister der schwarz-roten Regierung trieben gemeinsam Sport, tauschten sich aus, hörten „inspirierende“ Vorträge von Gründerinnen, ließen sich vom Handwerkspräsidenten die Lage schildern und von den Chefs von Siemens Deutschland und dem kanadischen KI-Unternehmen Cohere aktuelle Trends erklären. Sie feilten an einer gemeinsamen, schwarz-roten Erzählung.